Statt endlich als überglückliche Mutter durchzustarten, so wie man es sich gefühlte Milliarden Male ausgemalt hat im Traum und seinen Gedanken, so nehmen für 10 bis 15% aller Mamis die Heultage kein Ende. 75% davon sind mal wieder die, die ihre erste Geburt mit Bravur gemeistert haben. Wenn aus der weinerlichen Mimose eine ernsthaft depressive Mutti wird ist dies nicht zu unterschätzen. Bei 80% aller sogenannten Wochenbettdepressionen, auch postpartale Depression genannt, klingen die Symptome innerhalb 6 Monate wieder ab. Bei 15% sind nach einem Jahr immer noch Symptome vorhanden.

Babyblues und Wochenbettdepression zwei paar Schuhe

Depressionen sind aber nicht vergleichen mit dem Babyblues. Im Gegensatz zum Babyblues ist eine Depression etwas Schwerwiegendes und sollte behandelt werden.

Du fragst dich bestimmt, wie es passieren kann, dass man obwohl man endlich Mama ist in ein solch tiefes Loch fallen kann, dass dieses Loch sogar schon den Namen Depression trägt. Man sollte doch eigentlich überglücklich sein.

Wie kommt es zu einer Wochenbettdepression?

Es gibt viele Ursachen. Oft sind es viele Faktoren, welche ein gemeinsames Spiel spielen.

Viele Mütter haben eine genaue Vorstellung, wie ihre Mutterrolle aussehen soll und stellt so eine hohe Anforderung an sich selbst. Daher sind gerade die Erstgebärenden davon betroffen.

Es ist natürlich verständlich, dass jede Frau eine tolle Mutter sein will. Doch setze dich nicht unter Druck denn es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Jede Mutter dieser Welt macht auch Fehler und ist nicht perfekt. Und wenn du mal etwas nicht schaffst so wie du es dir vorstellst, hast du dennoch nicht versagt und bist eine schlechte Mutter.

Auch fehlt es vielen an sozialer Unterstützung. Sie fühlen sich alleine gelassen, eventuell sogar von eigenen Partner oder es gab schon Probleme in der Beziehung, welches die Mutti zusätzlich belastet.

Eine Frau, die während der Schwangerschaft oder auch davor nicht im Einklang mit sich war, hat ein erhöhtes Risiko, dass die neue Herausforderung ihr schlichtweg über den Kopf wächst. Dann kommen oft noch Schmerzen nach der Geburt dazu, sei es durch Damm- oder Kaiserschnitt oder andere Dinge.

Auch Papa kann es treffen

An dieser Stelle sollte man auch die frischgebackenen Papas nicht vergessen, denn auch bei dem starken Geschlecht können postpartale Depressionen auftreten. Auch für einen Vater ist es eine Umstellung und kann bei Papa zu einer Depression führen.

Daher habe bitte Verständnis, wenn es deinem Partner auch nicht immer gut geht oder er auch mit der Herausforderung überfordert ist. In diesem Falle versuche ihm so gut wie es geht zu helfen.

Bin ich depressiv?

Woher weiß man denn nun, ob man als Mama einfach nur etwas überfordert ist oder wirklich eine Wochendepression hat? Depressionen haben viele Gesichter und nicht bei allen Betroffenen äußert sie sich im gleichen Ausmaß.

Bei vielen entsteht eine unendliche Hoffnungslosigkeit. Sie fühlen sich nicht mehr wertvoll für ihr Umfeld und ziehen sich zurück. Gerade dieses Problem wirkt sich dann oft auf die Partnerschaft aus. Einige haben Panikattacken und Ängste als Mutter zu versagen oder ihr Kind nicht die Liebe schenken zu können, welche es verdient hätte. Diese Problematik erzeugt starke Schuldgefühle und sehen sich selbst als eine Mutter die versagt hat. Das ist im Endeffekt auch der Grund, warum sich viele Betroffene keine Hilfe suchen. Sie versuchen es lieber mit sich selbst auszumachen, schlafen nachts nicht mehr, haben keinen Appetit bis es im schlimmsten Falle sogar zu Überlegungen kommt, das Leben auf der Erde wegzuwerfen und das Kind sogar mitzunehmen.

Wenn man depressiv ist

  • Solltest du bemerken, dass du auch in der Hilflosigkeit und Leere deinen Platz hast, so schäme dich nicht.
  • Sprich mit einem Psychologen oder Menschen denen du vertraust. Friss das nicht in dich hinein.
  • Falls dir ein Psychologe unangenehm sein sollte, es gibt Selbsthilfegruppen, wo du dich mit anderen Müttern austauschen kannst. Das fällt vielen einfacher mit jemanden zu reden, der mitfühlen kann, weil er in der gleichen Situation ist.
  • Auch deine Familie und Freunde können dir helfen, gerade wenn du mit gewissen Dingen überfordert bist.
  • Gönn dir eine Auszeit um den Weg zu dir selbst wieder zu finden.
  • Es gibt zur Not auch Einrichtungen und Medikamente womit sich solch eine Erkrankung behandeln lässt.
  • Denke nur nicht, dass du alleine bist, denn das bist du keineswegs. Vertraue dich jemanden an, denn es ist kein Zustand in dem du verbleiben musst. Hab einfach Mut.

Vorbeugen kann helfen

Um erst gar nicht, eine Wochenbettdepression durch machen zu müssen, kann man etwas vorbeugen.

  • Ganz wichtig ist, dass man sich nicht abkapselt, sondern Unterstützung von seiner Familie und Freunden annimmt.
  • Auch sollte man zufrieden sein mit dem Leben, das man hat. Klar gibt es immer Dinge die besser laufen könnten, aber im Großen und Ganzen sollte man schon zufrieden sein.
  • Was auch kaum Beachtung findet ist die Einstellung zur Schwangerschaft. Man sollte als Frau die Schwangerschaft auch wollen und hinter der Entscheidung stehen einem Baby das Leben zu schenken.
  • Und das aller, aller Wichtigste ist: Bleib realistisch. Gerade was die Mutterrolle betrifft. Setz dir realistische Ziele, denn niemand ist perfekt. Und ein Diamant ist auch erst durch seine Ecken und Kanten perfekt. Wachse hinein in die Mutterrolle. Niemand kann eine perfekte Mutter sein, wenn er noch nie eine war. Und auch mit 8 Kindern ist niemand perfekt. Halte dir das stets vor Augen, dass jede Mami Fehler macht. Gib dir selbst Zeit deinen Platz in Mutterdasein zu finden und setze dich nicht unter Druck, dass alles auf Anhieb klappen muss. Du wärst die Erste die als fehlerlose Mutter startet.