Huch, da war doch was?! Was wollte ich grad noch eben machen?

Na, kommt dir das bekannt vor? Gerade eben wusstest du es noch und dann ist alles weg. Einige Freunde und Bekannten machen sich möglicherweise einen Spaß aus deiner Vergesslichkeit und reden von Schwangerschaftsdemenz. So ein Blödsinn, so etwas gibt es doch gar nicht! Denkst du. Doch sie ist kein Mythos.

Auffallen tut die Schwangerschaftsdemenz durch Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen und einem Zustand von Verwirrtheit. Der Unterschied zu einer normalen Demenz, wie man sie vielleicht von Opa oder Oma kennt ist, dass sie wieder verschwindet. Sie ist also in dem Sinne kein immer weiter fortschreitender Prozess.

Warum entfallen einem die einfachsten Dinge in der Schwangerschaft?

Und woher kommt diese Demenz? Immerhin hat sie niemand eingeladen.

Es gibt verschiedene Erklärungen, warum werdende Muttis und auch die stillenden Muttis plötzlich vieles vergessen. Oft sind es Gefühle wie Angst und Freude, die einen wie eine riesige Tsunami-Welle treffen und unwichtige Dinge dann automatisch weggespült werden. Wenn so viele Gefühle auf eine schwangere Frau einprasseln, wie soll ihr Gehirn denn da auch noch logisch denken? Ein Gehirn kann viel, aber auch das Wunderorgan ist mal ausgelastet.

Eine weitere Ursache ist auch der Schlafmangel. Jeder der mal schlecht geschlafen hat weiß, dass der Tag danach meist nicht nach Plan verläuft und Dinge versäumt oder Gegenstände verschusselt werden. Eine werdende Mutter wird oft unterbrochen in ihrem Schlaf, welcher ja enorm wichtig ist für die Gedächtnisleistung. Entweder muss eine Schwangere dauernd zur Toilette, das Baby tritt sie nachts wach oder sie weiß aufgrund der Babykugel einfach nicht mehr wie sie liegen soll. Und ohne den nötigen Tiefschlaf muss das Gedächtnis halt ein paar Abstriche machen.

Es gibt sogar Forscher, die der Meinung sind, dass im letzten Schwangerschaftsdrittel die Gehirnmasse geringfügig ab- und nach der Geburt wieder zunimmt.

Doch anhand der Ursachen dürfte auch dir nun einleuchten, warum diese Art der Demenz wieder vergeht. Aber freu dich nicht zu früh, denn solltest du stillen, könnte die Schwangerschaftsdemenz durch die Stilldemenz abgelöst werden.

Dement durch das Stillen?

Warum kommt es denn während der Stillzeit auch zu Vergesslichkeit, wie man sie von alten Menschen kennt? Eigentlich auch gut und einfach zu erklären. Auch eine frisch gebackene Mami leidet natürlich meist unter Schlafmangel. Nachts will der kleine Wurm ja auch noch was zu essen. So ein Mitternachtssnack ist ja auch was Feines. Aber nicht jeder Frau wird aufgrund des ungeregelten Tagesablauf dement. Es kommt auch immer darauf an, wie eine Frau mit Übermüdung und Überforderung umgeht und wie hoch diesbezüglich ihre Toleranz ist.

Und welchen Übeltäter haben wir bisher hier noch gar nicht erwähnt? Ganz genau: unsere Freunde die Hormone.

Man vermutet, dass vor allem die Hormone Prolaktin und Oxytocin eine wichtige Rolle spielen. Durch sie fokussiert sich eine Mutter rein auf ihr neugewonnenes Glück und blendet so unwichtige Dinge aus. Auch ausgeschüttetes Kortisol ist bekannt dafür, dass es vergesslich oder auch ängstlich machen kann.

So erklären sich also nun, wie es während der Schwangerschaft und der anschließenden Stillzeit zu einer Demenz kommen kann. Anhand der Ursachen wird auch deutlich, warum sie im Gegensatz zu der Alzheimerdemenz wieder verschwindet. Es gibt also keinen Grund zur Sorge, dass man ab der Schwangerschaft zu einem Pflegefall wird, der irgendwann nicht mehr weiß, wie er heißt. Alles nur vorübergehend.

Man kann natürlich seine Schwangerschafts- und Stilldemenz wunderbar als Ausrede nutzen, wenn Frau mal etwas vergessen möchte.

Der richtige Umgang mit der Vergesslichkeit

Zum Schluss noch ein paar Tipps für Betroffene:

  • Ganz wichtig ist es natürlich sich während und auch nach der Schwangerschaft Ruhepausen zu gönnen. Einfach mal zwischendurch ein Nickerchen machen. Wenn der Wurm bereits auf der Welt ist, eignen sich dessen Schlafzeiten wunderbar um mal eben eine gemeinsame Reise ins Land der Träume zu machen.
  • Ein weiteres kleines Helferlein besteht in der ausgewogenen Ernährung. Sprich ausreichend Vitamine und Mineralstoffe. Als Snack eignen sich Mandeln und Walnüsse besonders gut.
  • Und das Trinken nicht vergessen.
  • Ein Tipp, welche vielen Frauen schwerfallen dürfte ist, den Haushalt einfach mal warten lassen und sich Ruhe zu gönnen. So ein kleiner Wurm macht viel Arbeit und da muss der Haushalt halt manchmal warten oder der Partner übernimmt ihn mal, damit die Mama sich ausruhen kann.
  • Wenn der Nachwuchs die Flasche bekommt so kann der Partner auch ruhig mal eine Nacht die Raubtierfütterung übernehmen, so dass man als Frau auch mal wieder durchschlafen kann.
  • Kommt es wirklich sehr schlimm mit der Vergesslichkeit, so helfen Post-Its. Klingt komisch, ist aber sehr hilfreich in Bezug auf Termine oder Dinge, die unbedingt erledigt werden müssen.
  • Ein Mutter sollte auch unbedingt mal Zeit für sich finden. Sei es durch lesen oder quatschen mit der besten Freundin.
  • Ein letzter Tipp ist Bewegung. Einfach mal raus an die frische Luft und ein wenig spazieren.

Damit sollte man das Problem Schwangerschafts- und Stilldemenz gut in den Griff bekommen dürfen. Und sie hat ja auch irgendwann ein Ende.