Wenn der Zwerg dann nun endlich da ist, ist die Freude groß. Aber nicht nur die Freude, sondern auch der Berg an Windeln wächst. Tendenz steigend. Das kann einem schon ein gewaltiges Loch ins Portemonnaie fressen. Von wegen Kinder fressen einem die Haare vom Kopf. Die Ausscheidungen kosten meist viel mehr.

Hättest du jemals gedacht, dass man so unheimlich viel Geld für den zarten Babypopo lassen muss? 

Vielleicht lautet die Lösung des Windelberges und dem Loch im Portemonnaie „Stoffwindeln“.

Du hast sicherlich schon von ihnen gehört. Dachtest du vielleicht auch: „Ich bin doch keine Öko-Tussi!“?  

Stoffwindeln sind nicht nur ökologisch gesehen ein Renner, sondern auch für die Geldbörse eine Entlastung.

Es gibt verschiedene Modelle

Hat man sich für die Variante Stoffwindel entschieden, so hat man die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Modellen. Hier ein kleiner Überblick über die Sparwunder aus Stoff.

Kandidat Nummer 1 ist die zweiteilige Stoffwindel. Sie besteht aus einer saugenden Windel und einer wasserundurchlässigen Überhose. Super einfach zu waschen, da die Überhose schnell an der Luft trocknet und die saugfähige Windel mit Waschmaschine und Trockner schnell wieder ihren Dienst tun kann.

Kandidat Nummer 2 ist die All-in-One auch kurz AIO genannt. Sie ist wohl der normalen Wegwerfwindel am ähnlichsten. Sie besticht natürlich durch die einfache Handhabung. Klingt verlockend, hat aber auch einen Nachteil. Da man die Überhose nicht einzelnd waschen kann, darf diese nicht in den Trockner und hat daher eine lange Trocknungszeit.

Und dann wäre da noch Kandidat Nummer 3: Die Pocketwindel. Das ist quasi eine Windel, bei der man eine Saugeinlage in ein kleines Fach hineinschiebt.

So nun hast du bereits einen groben Eindruck der verschiedenen Modelle, doch was brauchst du noch?

Weiteres Zubehör

Um die Windel gut nutzen zu können, braucht man ein sogenanntes Windelvlies. Das ist quasi die Serviette für die großen Geschäfte. Wer möchte schon Köttel und Co in der Waschmaschine haben? Für Kinder die eine Elefantenblase haben, gibt es Booster. Das sind extra saugfähige Zusatzeinlagen. Nicht, dass noch etwas danebengeht, vor allem nachts.

Bei den zweiteiligen Systemen braucht man etwas, um den saugfähigen Teil der Windel zu verschließen. Dazu gibt es kleine Accessoires namens Snappis.

Verschiedene Farben und Materialien

Stoffwindel ist natürlich nicht gleich Stoffwindel. Neben verschiedenen Mustern, gibt es sie auch aus verschiedenen Materialien.

  • Bambusviskose: kuschelig weich und saugfähig
  • Klassische Baumwolle: sehr robust und langlebig
  • Hanffasern: ein Saugkünstler
  • Nylon: nicht nur bei Strümpfen beliebt. Wasserabweisend und dennoch atmungsaktiv
  • Microfaser: wie eine Decke flauschig weich und super schnell trocken
  • PUL /Polyurethanalaminat) / TPU (thermoplastisches Polyurethan): wasserabweisend und atmungsaktiv. Meist bestehen die Überhosen aus diesem Material oder die äußere Schicht der AIOs
  • Schafswolle: ist sehr atmungsaktiv und schonend zur Haut
  • Zorb: ist eine in den USA speziell für Stoffwindeln entwickeltes Material. Es ist es extrem saugfähig und wird daher für die Saugeinlage verwendet

Was kosten Stoffwindeln?

Je nach Modell muss man natürlich andere Preise hinnehmen. Bei den zweiteiligen Systemen braucht man ja sowohl die saugfähige Komponente, als auch die Überhose. Je nach Material kostet der saugfähige Part 3 bis 13 Euro und eine Überhose 5 bis 13 Euro. 20 Windeln sollte man schon zu Hause haben um genüg Wechselmöglichkeiten zu haben.

Sagte sie grade 20 Stück? Das ist dann aber ein sehr teurer Spaß! Halt, stopp! Ja im ersten Moment erscheint es teuer, aber man darf ja nicht vergessen, dass man diese nicht täglich kauft. Ein Paket gute Wegwerfwindeln kostet auch 6 Euro oder mehr und hält auch nur eine Woche oder etwas länger. Man muss es immer auf die gesamte Windelzeit sehen.

Weiter im Text: Kommen wir zu den AIOs. Sie kosten zwischen 18 und 25 Euro und man sollte von ihnen mindestens 15 dahaben, da diese ja lange trocknen müssen ohne den Trocknerbetrieb.

Zusätzliche Saugeinlagen, also Booster, kosten zwischen 2 und 4 Euro.

Nun eine kleine Pro und Contra-Übersicht

Pro:

  • Günstiger auf die komplette Windelzeit gesehen (400 bis 1000 Euro Ersparnis in dieser Zeit)
  • Positiv für die Hüftentwicklung wegen dem Breitwickeleffekt
  • Tolle Designs von Bienchen bis zum Blümchen
  • Einfacher Verschluss
  • Weniger Müll
  • Einfaches Waschen und teilweise auch Trocknen (je nach Modell)
  • Umweltfreundlich (aber dies nur wenn man gut haushaltet bzgl. Waschen und Trocknen)
  • Hautfreundlich

 

Kontra:

  • Mehr Zeitaufwand, gerade ohne Übung
  • Größeres Invest auf einmal
  • Mehr Zubehör
  • Mehr Wäsche
  • Trockner ist ein Muss oder viel Platz zum trocknen
  • Für unterwegs auch etwas unpraktisch, da man die vollen Windeln nicht einfach in den nächsten Mülleimer werfen kann
  • Einige Mamis berichten, dass sie schneller auslaufen
  • Für den Urlaub auch recht unvorteilhaft wegen Waschen
  • Man kann sie nicht einfach bequem in jedem Supermarkt kaufen
  • Nehmen weniger Flüssigkeit auf und somit ist die Babyhaut immer schnell feucht.
  • Manche finden diese sehr voluminöse Windel optisch nicht so ansprechend

Ob du nun Stoffwindeln verwenden magst oder doch lieber auf Einwegwindeln schwörst, ist deine Entscheidung. Wie alles im Leben gibt es eben Vor- und auch Nachteil. Mein Rat: Probieren geht über Studieren.