Als frisch gebackene Mutti freut man sich zuerst einmal über alles. Über das erste Mal Kacka machen, über das erste Bäuerchen und auch ein unkontrolliertes Zucken im Gesicht, welches als erstes Lächeln gedeutet wird. Doch irgendwann reicht auch der verliebtesten Mutti das nicht mehr und man wartet auf ein Baby 2.0. Die Weiterentwicklung von süß zu „The Machine“. Es wird Zeit, dass der Knirps nicht nur herumliegt und süß dabei aussieht, sondern er mal langsam flügge wird.

Wann kann ein Kind sitzen, krabbeln und auch laufen?

Wichtigste Info vorab ist natürlich, dass jedes Kind sich anders entwickelt. Die einen schneller, die anderen langsamer. Vergiss das nicht und mache dich nicht verrückt, wenn dein Spross nicht mit dem Strom schwimmt, sondern es als Rebell etwas individueller mag. Natürlich kannst du dein Kind neben der normalen Entwicklung auch motorisch fördern.

Aller Anfang ist schwer

Am Anfang kann ein Kind gerade mal den Kopf drehen und die Arme und Beine wie ein Verrückter von sich strecken und wieder heranziehen. Nicht mal den Kopf alleine halten kann das kleine Wesen. An Laufen ist da noch gar nicht zu denken. Immerhin reicht es um auf dem Bauchliegend eben den Kopf anzuheben um in die andere Richtung zu gucken.

Ab dem 2. Monat hat der kleine Zwerg zwar immer noch nicht das Laufen für sich entdeckt, aber immerhin schafft er es nun den Kopf kurz selbstständig stabil zu halten. Vorausgesetzt das Kind befindet sich in aufrechter Haltung wie zum Beispiel auf dem Arm von Mama und Papa.

Wenigstens ein Körperteil endlich halbwegs unter Kontrolle

Ab dem 3. Monat ungefähr kann das Baby den Kopf halten, wenn es auf dem Bauch liegt. Was dann aussieht wie Trockenübungen für das DLRG-Abzeichen ist der erste Schritt in eine neue Ära.

Ab dem 5. Monat ist dann endlich soweit: vollständige Kopfkontrolle. Ein erster Meilenstein in der motorischen Entwicklung ist gesetzt. Es bedarf nun niemanden mehr der die übergroße Rübe stützt.

Links, rechts und auf den Rücken

Irgendwo zwischen dem 3. und 7. Monat passiert dann das Unfassbare: das Baby dreht sich. Doch es dreht sich nicht wie ein Spanferkel um sich selbst. Erstmal vom Rücken auf die Seite und wieder zurück. Danach folgt vom Bauch auf den Rücken. Das setzt natürlich voraus, dass man den Zwerg auf den Bauch dreht. Die Drehung von dem Rücken auf den Bauch erfolgt dann als letzte Verfeinerung der Drehung.

Hoch hinaus

Die Drehung ist damit also gesichert, aber ein niemand rollt ja durch die Welt, also muss der aufrechte Gang her. Um den 6. Monat herum entdecken die meisten Knirpse, dass der elterliche Schoß sich wunderbar als Trampolin eignet. Das erste Mal wird also aufrecht gestanden und gehüpft. Zwar alles noch mit mehr Hilfe als selbstständig aber das ist dennoch das beste Training für kräftige Rücken- und Beinmuckis. Also wozu in die Muckibude wenn sich ein Schoß genauso eignet?

Um den 7. Monat kann der Zwerg sogar alleine sitzen ohne wie ein Dominostein umzukippen. Zwar auch nur für einen Moment, denn dann sackt der Nachwuchs in sich zusammen. Gerade und aufrecht sitzen ist eben auch schwer. Immerhin predigt Mama auch im Teeniealter noch: „Setz dich bitte grade hin!“ Ab dem 10. Monat circa ist das Errungenschaft „Sitzen“ perfektioniert und ausgereift.

Es muss vorwärtsgehen, endlich weg vom Fleck

Was bringt all das Hin- und Herdrehen, wenn man doch nur auf der Stelle tritt? Zwischen dem 7. und dem 10. Monat beginnt die aktive Fortbewegung. Wie bei der Grundausbildung der Bundeswehr wird gerobbt, gekrochen und gekrabbelt. Hauptsache man kommt von der Stelle.

Der ultimative Meilenstein wird um den 10. Monat gesetzt

Die Fortbewegung auf primitivster Art funktioniert schon mal. Damit ein Zwerg aber wirklich die ganze Bude unsicher machen kann, muss der aufrechte Gang her. Anders kommt ja nicht an all die tollen Sachen, die sich zum Beispiel auf dem Tisch befinden.

Mit 9. Monaten reichen die Beinmuckis ja bereits aus um das Gewicht zu halten, welches der Nachwuchs auf die Waage bringt. Mit festhalten klappt da ja auch schon das Stehen.

Doch hochziehen und festhalten und doof in der Gegend herumstehen ist dem Zwerg ja nicht genug. Er will schließlich die Welt entdecken und nicht nur aus der Ferne anschauen. Also wird sich zunächst an Tischen, Stühlen und generell allem was da herumsteht festgehalten und sich mit diesen Hilfsmitteln auch gehend fortbewegt.

„Ich kann das ganz alleine!“

Mit 14. bis 16 Monaten ist es soweit. Die ersten Schritte ohne jegliche Hilfe. Zwar nur eine kurze Strecke aber immer hin. Das sind dann meist die „Komm zu Mama“-Strecken. 4, 5 Schritte und dann folgt meist der Sturzflug in Mamas Arme.

Auch mit 16. bis 18. Monate ist das Laufen noch nicht ganz ausgereift. Zwar kann der Schützling nun ohne Hilfe längere Strecken laufen, jedoch fällt das Lenken noch schwer und die Bremse hat der Zwerg auch noch nicht so recht gefunden.

Geradewegs in die Selbstständigkeit

Um den 18. Monat dann ist es vollbracht. Ohne ständig hinzufallen und sogar rückwärts macht das Kind nun eine gute Figur beim Laufen. Und jetzt kommt das Beste: das Kind kann mit festhalten sogar schon die ersten Treppen erklimmen. Zwar sind sie für die Kleinen noch wie der Mount Everest aber Übung macht den Meister.

Mach dich jedoch nicht verrückt, wenn dein Knirps sich etwas anders entwickelt. Wie du siehst sind die Zeiträume der Upgrades eines Kindes sehr großzügig. Es gibt sogar Kinder, die das Krabbeln einfach mal überspringen. Fakt ist: jedes gesunde Kind lernt irgendwann laufen. Die einen früher, die anderen später.

Man kann als Eltern aber den Nachwuchs fördern. Viele Eltern wissen aber nicht, dass man die motorische Entwicklung fördern kann. Die Motorik zu fördern kann nie schaden.