Jede Frau hat bereits davon gehört und einige haben es schon erlebt: Schwangerschaftsübelkeit. Manche haben sie aber keine Frau braucht sie. Es ist eine sehr unangenehme Sache, welche es in zig Ausmaßen gibt. Doch woher kommt sie und ab wann kann man überhaupt von Schwangerschaftsübelkeit reden? Und dann noch die wichtigste aller Fragen: Was kann man machen, wenn sie sich bereits an einen geklettet hat?

Na, bist du auch davon betroffen? Dann kommen hier die lang ersehnten Antworten auf deine Frage und noch ein paar weitere Fakten für dein Allgemeinwissen. Wer weiss, ob nicht du irgendwann mal so etwas gefragt wirst. Von Mutter zu werdender Mutter dann quasi.

Schwangerschaftsübelkeit – ein lästiger Begleiter

Für die meisten Frauen ist Schwangerschaftsübelkeit ein Phänomen, welches werdende Muttis meist morgens haben. Es ist der Inbegriff von Erbrechen, auf einmal Leckereien abstoßend finden und ein ständiges Unwohlsein. Im medizinischen Fachchinesisch jedoch wird da noch unterschieden zwischen Emesis gravidarum und Hyperemesis gravidarum. Für den Laien bedeutet das: Sich gelegentlich das Essen noch mal durch den Kopf gehen lassen oder quasi als menschliche Fontäne von Mageninhalten dienen. Doch wie unterscheiden denn die Akademiker diese zwei Formen?

Fangen wir bei Emesis gravidarum, also der stinknormalen Schwangerschaftsübelkeit an. Meist bekommt man seine Brech-Attacken ab der 2.-4. Schwangerschaftswoche und ab der 12.-14. Schwangerschaftswoche verschwindet sie in der Regel langsam wieder. Ca. 20-35% der werdenden Mamis sind davon betroffen. Doch woher kommt denn dieser unerwünschte Gast, den niemand eingeladen hat? Nun ja dazu lässt sich leider nur sagen, dass selbst die schlauen Weißkittel hierfür keine genaue Erklärung haben. Man geht davon aus, dass es durch den erhöhten hCG-Gehalt im Blut verursacht bist. Was ist denn hCG? Ist es also die Wurzel allen Übels? Nein! hCG ist das wichtigste Hormon für eine Schwangerschaft. Denn hCG, auch als das traditionelle Schwangerschaftshormon bekannt, sorgt dafür, dass die Schwangerschaft erhalten bleibt. Es ist quasi eine Art Kündigungsschutz für deinen kleinen Untermieter. Aber wie bereits erwähnt, ist es nicht eindeutig geklärt warum es zu einer Schwangerschaftsübelkeit kommt.

Jetzt kennst du zumindest schon mal ein paar Randdaten. Da siehst du auch, dass du kein Einzelfall bist, sondern es Leidensgenossen gibt. Geteiltes Leid ist nun mal halbes Leid. Und überlebt haben es alle Muttis irgendwie. Denk immer daran wofür du all das tust. In geraumer Zeit wirst du dein größtes Glück im Arm halten.

Woran erkennt man denn nun, ob man einfach nur mal einen schlechten Tag hat oder an Schwangerschaftsübelkeit leidet?

Ganz klar steht natürlich, wie der Name schon verrät die Übelkeit im Vordergrund. Es muss nicht unbedingt zum Erbrechen kommen. Oft nehmen Frauen dann auch ab, denn wer isst schon gerne etwas wenn einem speiübel ist? Doch nicht nur essen fällt dann schwer, auch trinken wird zu einer Herausforderung. Wenn eine Frau dann noch öfters Erbrechen sollte, will auch sie wahrscheinlich lieber nicht essen und trinken.

Dies hat natürlich Folgen außer der Gewichtsabnahme. Viele haben trockene Schleimhäute aufgrund des Flüssigkeitsmangel und müssen weniger pinkeln. Wo soll der Urin auch herkommen? Immerhin zapft das Baby ja auch Flüssigkeit ab um seine kleine private Badewanne namens Fruchtblase zu füllen. Trotz, dass einem übel ist, so hat man dennoch ein klares Durstgefühl. Es kann auch zusätzlich zu erhöhter Körpertemperatur kommen. Im Falle, dass man sich ab und an erbricht und wirklich kaum etwas zu sich nimmt oder auch bei sich behält, kann es zu einer metabolischen Entgleisung kommen. Da dieser Begriff eher in der Medizin zu Hause ist, bedeutet das für eine Schwangere ganz simpel, dass der Nährstoffhaushalt im Körper aus der Bahn gerät.

Das wäre nun die normale Schwangerschaftsübelkeit, sprich Emesis gravidarum. Kommen wir nun zu der Eskalation dieses kleinen Begleiters, der Hyperemesis gravidarum. Hyper bedeutet ja immer etwas immens Großes. Und nichts Anderes ist es: quasi ein endloses Kotzen. Das heißt egal wann, egal wie und auch egal wo. Eine Endlosschleife des Erbrechens. Wenn selbst Luft holen zur Herausforderung wird dann ist es eine Hyperemesis. Im Gegensatz zu der üblichen Übelkeit kann diese in 0,5-1% aller Fälle bedrohlich für Mutter und Kind werden. Ist ja auch logisch, denn nicht nur Mama braucht ja was zu futtern, auch der Bauchzwerg wartet ja täglich auf den Bring-Service, der ihn mit Nährstoffen versorgt und die stetig wachsende Badewanne mit Fruchtwasser befüllt.

Frauen die unter dem Maximum an Übelkeit leiden nehmen oft mehr als 5% vom Startgewicht ab, haben Blutdruckabfälle und einen erhöhten Puls aufgrund des Flüssigkeitsmangel. Um es korrekt zu halten, sollte man auch erwähnen, dass es in seltenen Fällen zum Delirium und zu Benommenheit kommt.

Hyperemesis: Was ist in solch einem Falle zu tun?

Wenn man es mit Medikamenten, so genannten Antiemetika, nicht in den Griff bekommt, sollte man zum Arzt oder direkt in ein Krankenhaus gehen. Dort bekommt man dann eine ausreichende Nährstoff- und Flüssigkeitszufuhr bis es sich meist in der 20. Schwangerschaftswoche von selbst wieder legt. Selten, dass eine Mama länger oder gar bis zur Geburt an Übelkeit leidet. Auch diese ausgeprägte Form der Übelkeit ist nicht so häufig.

Es hat dich nun voll erwischt und auch du hast den ungebetenen Gast Übelkeit zu Besuch. Was kannst du tun? Erster Gedanke ist ja klar, Medikamente. Diesbezüglich lass dich einfach von dem Frauenarzt deines Vertrauens beraten, denn nicht alle Medikamente sind auch für werdende Mamis geeignet.

Doch kommen wir nun zum spannenden Teil, der dich wahrscheinlich auch am meisten interessiert: Wie werde ich den ungebetenen Gast los? Naja ich muss dich enttäuschen, du kannst nur warten bis er von alleine wieder geht. Was ich dir dennoch mit auf den Weg geben kann ist eine Liste von Tipps, womit der Besucher zumindest nix mehr zu sagen hat oder du kaum merkst, dass er da ist.

Es handelt sich hierbei aber um Tipps von Muttis für werdende Muttis, was bedeutet, dass du selbst schauen musst, was dir hilft und was nicht.

Hier ein paar hilfreiche Tipps:

  • Lege dir Toastbrot, Knäckebrot oder trockene Keks auf den Nachttisch und iss etwas eine halbe Stunde bevor du dich aus dem Bett erhebst
  • Futter lieber ständig aber in kleineren Portionen
  • Gönn dir zunächst einmal das, was dir schmeckt und was du gut verträgst, verzichte aber auf fettige und stark gewürzte Speisen
  • Versuche Kohlenhydrat- und eiweißreich zu essen.
  • Unbedingt viel trinken, am besten Tee oder Wasser
  • Wenn es dir nicht gut geht, nimm dir auf jeden Fall Zeit zum Entspannen, manchmal bewirkt eine Pause wahre Wunder
  • Führe ein Kotzi-Tagebuch: Vielleicht hat dein Betreuer ein bestimmtes Schema. Bei vielen Frauen macht sich der Gast oft nach wenig Schlaf oder Stress bemerkbar
  • Auch ein kräftiges Schnüffeln an frischen Düften soll Abhilfe schaffen, am besten Zitrone, Orange oder Pfefferminze
  • Wechselduschen kann auch helfen, wenn man sich denn dran gewöhnen kann warm und kalt im Wechsel
  • Was auch nicht nur in Bezug auf Übelkeit wichtig ist, sondern auch im Allgemeinen ist natürlich Bewegung. Bewegung an der frischen Luft ist immer gut.
  • Bei vielen Schwangeren haben sich auch so genannte Roll-Ons mit ätherischen Ölen bewährt gemacht
  • Noch ein Tipp sind Akupressur und Akupunktur
  • Mein persönlicher Tipp ist: Reden. Sprich mit jemanden, der dich versteht, weil viele leider nicht mitfühlen können, wie es ist, wenn einem entweder urplötzlich oder nonstop speiübel ist.

Ich hoffe natürlich, dass dir der ein oder andere Tipp helfen wird die Zeit mit dem Begleiter zu überstehen. Sag der Übelkeit den Kampf an und lass dich nicht von ihr lenken.