Fast jeder hat schon einmal davon gehört, doch was genau ist eigentlich Scharlach?

In Fachkreisen nennt man Scharlach auch Scarlatina. Scharlach ist eine der häufigsten Kinderkrankheiten und wird von Bakterien ausgelöst. Um es genauer zu sagen von A-Streptokokken. Besonders von Oktober bis März macht die Scharlach-Welle sich breit. In der kalten Jahreszeit ist man nun mal anfälliger für jegliche Art von Bazillus.

Wie bekommt man das Scarlatina-Accessoire?

Diese populäre Kinderkrankheit wird, wie so viele andere auch, durch Tröpfchen verbreitet. Sei es ein Husten, ein Nieser oder bei Kindern gerne auch mal angesabbertes Spielzeug und Besteck. Zudem gibt es Menschen, die haben die guten A-Streptokokken in sich und verbreiten diese, ohne selbst an Scharlach zu erkranken. Das sind circa 10 bis 20%.

Was erwartet einen bei Scharlach?

Scharlach tarnt sich zunächst wie eine Erkältung. Plötzlich tun Kopf und Hals weh, Schüttelfrost und Fieber kommen dazu und auch der Bauch schmerzt irgendwie. Wenn man dann laut „Aaah“ sagt vorm Spiegel sieht man, dass Rachen und Gaumen gerötet sind. Auch eine Mandelentzündung und geschwollene Lymphknoten am Hals sind keine Seltenheit.

Markenzeichen: Die Himbeerzunge.

Erst ist sie weiß belegt, dann ist sie leuchtend rot, wie eine Himbeere. Die Geschmacksknospen auf der Zunge stehen gut sichtbar hervor.

Und dann nach 1 bis 2 Tagen kommt er: der Ausschlag, der wie die Hölle juckt. Erst in den Achseln, dann der Brustkorb bis in die Leisten und zum Schluss dann der gesamte Körper. Man ist quasi ein einziger Ausschlag bis auf die Handinnenflächen und die Fußsohlen.

Die Wangen können leuchtend rot sein, während die Partie um den Mund herum eher blass ist.

Der juckende Ausschlag verschwindet nach 6 bis 9 Tagen auch wieder. Und wie eine Schlange häutet man sich dann. Eine Kompletterneuerung. Komischerweise schält sich die Haut vor allem an Hand und Füße ab, da wo eigentlich kein Ausschlag war.

Birgt die Infektion gefährliche Komplikationen für Kind und Kegel?

Jede Infektion kann ein paar Komplikationen mit sich bringen, so auch Scharlach. Es kann zu Entzündungen vom Mittelohr, den Nasennebenhöhlen und auch der Lunge kommen. Sehr selten kann man am rheumatischen Fieber erkranken, welches schmerzende Gelenke bedeutet. Noch viel seltener kommt es zu Entzündungen des Herzmuskels oder der Nieren.

Scharlach? So wird man Herr der Dinge!

Im Gegensatz zu Mumps, Masern und Röteln, gibt es tatsächlich bei Scharlach eine Möglichkeit es zu behandeln. Die Lösung des Problems: ein Antibiotikum. Da nämlich Scharlach eine bakterielle Infektion ist, kann man sie auch mit einem Medikament behandeln. Kann man, muss man aber natürlich nicht.

Dazu kommen natürlich die allbewerten Hausmittelchen Bettruhe, viel trinken und Quarantäne. Ganz wichtig ist, auch wenn es selbstverständlich ist, die Hände sauber zu halten. Also immer fleißig die Griffel waschen.

Wie lange ist ein Himbeerzünglein ansteckend?

Wie lange ein Kind mit ansteckend ist, richtet sich danach, ob ein Kind ein Antibiotikum bekommt oder nicht. Mit einer Antibiotika-Therapie ist das Kind nach bereits 24 Stunden nicht mehr ansteckend. Ohne Medikament ist es bis zu 3 Wochen noch eine Bakterienschleuder.

Jetzt fragst du dich sicherlich, ob man wie bei den Masern oder Röteln eine Immunität erlangt, wenn man dann einmal Scharlach hatte. Doch das ist leider nicht der Fall.

A-Streptokokken, sondern ein Gift ab, gegen welches der menschliche Körper Antikörper bildet. Die Antikörper sorgen dafür, dass man gegen genau dieses Gift dann immun ist. Doch jetzt kommt das große ABER. A-Streptokokken sind sehr vielseitig und bilden verschiedene Toxine. Wenn einer nun Scharlach mit Toxin A hatte, bekommt er das natürlich kein zweites Mal. Aber er kann sich natürlich an jemanden anstecken, der einen netten B-Toxin versprühendes A-Streptokokkus hat.

Also heißt es für dich: Einmal Scharlach gehabt, bedeutet nicht, dass du oder dein Kind es kein weiteres Mal bekommen kann.