Sie ist nicht nur ein wichtiges Accessoire des Babys im Mutterleib, sondern ist auch noch kurzzeitiges Souvenir aus der Ein-Raum-Wohnung.  Sie ist das Einzige, was der kleine Zwerg nicht sofort hergibt: Die Nabelschnur. Doch was genau ist die Nabelschnur und welche Bedeutung hat sie?

Aufgaben der Nabelschnur

In erster Linie dient sie als eine Art Versorgungsschnur, welche das Baby mit der Plazenta und somit auch mit der Mama verbindet. Sie ist da um dem Kind Nährstoffe und auch Sauerstoff zuzuführen und Stoffwechselabbauprodukte abzutransportieren. Der Abfall wird dann von der Mutter ausgeschieden. Ja, es fängt bereits im Mutterleib an, dass Mama fürs Baby aufräumen muss.

Steckbrief: Nabelschnur

Aber noch mal ein paar Daten zu der Nabelschnur: Normalerweise ist sie 50 bis 60 cm lang und 1,5 bis 2 cm dick. Sie ist spiralförmig aufgebaut. In der Schnur gibt es eine Nabelvene und zwei Arterien. Damit den 3 Versorgungsgefäßen auch ja nichts zustößt, hat Mutter Natur sich was einfallen lassen. Die Gefäße sind von einem gallertartigen Bindegewebe umgeben und alles zusammen ist eingepackt in dem sogenannten Amnion. Amnion? Was ist das denn nun wieder?  Es ist die Eihaut, woraus auch die Fruchtblase besteht. Durch all dies und die spiralförmige Bauweise, hat Mutter Natur die perfekte Bauweise geschaffen um sicherzustellen, dass nichts abknicken kann und es flexibel bleibt. Und nicht nur Menschenkinder profitieren davon, sondern alle Säugetiere.

Das harte Leben der Nabelschnur

Es gibt aber auch Gefahren, welchen die Nabelschnur ausgesetzt ist. Zum einen, dass etwas fehlt. So kommt es in 1% der Schwangerschaften vor, dass eine Arterie fehlt. Das muss nun aber nichts Dramatisches bedeuten. Auch mit nur einer Arterie kann sich das Kind gut entwickeln.

Nach der Geburt wird die Nabelschnur dann durchtrennt. Zum Glück passiert dies mit einer Schere, denn in der Tierwelt beißt die Mutter die Nabelschnur durch. Beim Menschen wird alles fein säuberlich durchgeschnitten. Oft traditionell sogar vom Partner. Nun hängt der eine Teil noch an der Plazenta, welcher dann tutti kompletti mit der Plazenta zusammen bei der Nachgeburt abgestoßen wird.

Was passiert mit der Nabelschnur, wenn sie ausgedient hat?

Der andere Teil ziert noch diesen kleinen süßen Bauch des Kindes. Doch keine Sorge, dem Kind tut weder das Durchtrennen der Nabelschnur weh, noch der kleine Anhang am Bauch. Die Nabelschnur kann zwar einiges, besitzt aber keine Nerven. Einen riesen Vorteil hat diese Nabelschnur auch noch: Aus ihr kann man Stammzellen entnehmen, ohne das Baby pieksen zu müssen. Doch nach ca. 4-14 Tagen trocknet der Stumpf und fällt dann einfach ab.

Oh mein Gott, er fällt ab? Das fragst du dich nun vielleicht. Doch keine Bange, darunter ist ja kein Lock, sondern da entsteht eine Narbe, was dir dann als Bauchnabel bekannt ist. Erschrecke dich nur nicht, denn die Nabelschnur sieht von Tag zu Tag dunkler aus. Zum Schluss ist es ein zusammengeschrumpfter schwarzer Stümmel. Es sieht ein Bisschen aus wie ein Stück einer Vanilleschote.

Doch was ist denn zu beachten solange der Nabelschnurrest noch da ist?

Zum einen bleibt ja eine kleine Klemme am Schnurende zurück. Und solange das kleine Mitbringsel des Kindes noch da ist, möchte es auch gepflegt werden. Manche nehmen dazu ein antiseptisches Puder, andere nehmen nur ein wenig Kochsalzlösung oder abgekochtes Wasser zum Reinigen.  Wichtig ist den Zipfel nach dem reinigen mit einer Kompresse oder Nabelbinde gut einzupacken, um zu verhindern, dass Keime eindringen und eine Infektion auslösen.

Keine Sorgen wegen dem Wort Infektion, man sollte es erwähnen, aber es kommt in Europa nur bei 0,5% aller Babys zu Problemen bei der Wundheilung des Nabels.

Da die meisten Windeln auch über den Bauchnabel reichen, muss man solange der Nabelschnurrest noch da ist die Windel vorne etwas einschlagen, damit die Stelle frei liegt.

Das A und O ist bei jeder Wundversorgung – und ja es ist eine Wunde –  die Händehygiene. Bevor man an den Nabel geht unbedingt die Hände gründlich waschen und wer mag auch desinfizieren. Desinfizieren ist in der häuslichen Umgebung aber kein Muss.

Mach dir bitte keine Sorgen, wenn am Nabel etwas Wundsekret austritt oder eventuell auch eine minimale Rötung zu sehen ist. Das ist völlig normal. Einfach vorsichtig abtupfen. Wichtig ist, dass du nur mit weichen Sachen abtupfst und reinigst.

 Auch kann es sein, dass wenn der Nabelschnurrest abgefallen ist, dass du darunter eine blaurote Geschwulst vorfindest. Nein, das ist kein Tumor, sondern lediglich ein sogenanntes Granulom. Der Kinderarzt wird dies einfach entfernen.

Hilfe bei einer Infektion

Sollte es vorkommen, dass der Nabel massiv nässt und eine leichte Rötung immer stärker wird und sich ausbreitet, ist dies meist ein Zeichen einer Entzündung. Auffällig ist auch, wenn der Nabel unangenehm riecht, ja sogar stinkt. In solchen Fällen unbedingt zur Kontrolle einen Kinderarzt aufsuchen.

Mit täglicher Pflege und Reinigung lässt sich auch dieses Problem schnell lösen. Muttermilch soll laut vieler Mamis wohl auch wahre Wunder wirken. Einfach ein paar Tropfen des Zauberelixiers auf den Nabel und die Infektion sollte bald Geschichte sein.

Baden mit dem Anhängsel?

Nun noch ein wichtiger Tipp zum Thema Baden. Klar kann man auch mit dem Anhängsel baden, jedoch sollte man warten bis der Nabel abgefallen und trocken ist. Denn je trockner der Nabelschnurrest ist, desto schneller fällt er ab. Badet man also mit dem Nabelschnurrest, so kann es sein, dass es länger dauert bis das Kind sich von seinem Mitbringsel trennt.