Sagt dir das Wort Ziegenpeter etwas? Wahrscheinlich hast du das schon mal gehört. Vielleicht bei deinen Großeltern oder bei deinen Eltern. Doch was genau ist denn der Ziegenpeter?

Bei Ziegenpeter handelt es sich natürlich nicht um den kleinen süßen Freund von Heidi, der seine Ziegen auf der Alm hütet. Ziegenpeter ist in Fachkreisen und mittlerweile auch bei Laien als Mumps bekannt.

Na klingelt es? Du hast den Begriff Mumps bestimmt in Verbindung mit der Mumps, Masern und Röteln-Impfung gehört.

Mumps, was ist das?

Mumps ist eine Viruserkrankung, welche sich auch Parotis epidemica nennt. Auslöser ist das Mumpsvirus. Früher hieß das Virus Paramyxovirus parotitidis, aber man wollte es allen einfacher machen und nannte es Mumpsvirus. Umso besser für die Allgemeinheit bei solch einem Zungenbrecher.

Übertragen wird das Virus über Tröpfchen, sprich anhusten, anniesen und all diese tollen Dinge, die Kinder ja ganz gerne machen.

Falls du schon Kinder hast, weißt du was gemeint ist. Hand vor den Mund beim Husten? Fehlanzeige.

So äußert sich Mumps.

Vordergründig ist die schmerzhafte, entzündliche Schwellung der Ohrspeicheldrüse, auch Parotis genannt. In 20 bis 30% ist es nur eine Seite, in allen anderen Fällen beide Seiten. Ein Kind mit Mumps sieht quasi wie ein Hamster mit vollgestopften Backen aus. Die Schwellung dauert 3 bis 8 Tage und geht dann wieder zurück.  Ab und an sind auch andere Speicheldrüsen noch betroffen. Auch Fieber ist keine Seltenheit.

Bei unter 5-Jährigen haben 40 bis 50% auch Beschwerde mit den Atemwegen. Unter 2-Jährige haben meist kaum Symptome.

Gefahr für die Erwachsenen

Kinder sind eher nicht gefährdet, jedoch Erwachsene. Bei denen macht sich in etwa 60% der Mumpsvirus auf zum Gehirn und es kommt zu einer Hirnhautentzündung, auch Meningitis genannt. Männer sind häufiger betroffen.

Von wegen das stärkere Geschlecht, oder was meinst du?

In ganz seltenen Fällen, und da ist nun wirklich ganz selten gemeint, kommt es zu einer Entzündung des Gehirns.

Andere Komplikationen sind eine vorübergehende Taubheit im Hochfrequenzbereich. Davon sind ungefähr 4% betroffen. Bei Jungs kann es bei bis zu 30% aller Ziegenpeter-Jungs zu einer Orchitis, also einer Hodenentzündung kommen. Aber ein Mann muss sich keine Sorgen machen, denn es kommt so gut wie nie vor, dass die Hoden dauerhaft geschädigt sind und die Schwimmerchen alle aussterben.

Auch wenn sie selten vorkommen, sollte man dennoch erwähnen, dass es zu Entzündungen an der Bauchspeicheldrüse, der Nieren, Gelenken oder auch Herzmuskeln kommen kann.

Wie du siehst, alles halb so wild, wenn man Kind ist.

Nur dicke Backen oder Mumps? Woher weiß man das?

Meistens reichen die Hamsterbacken schon aus um die Diagnose zu stellen. Aber auch im Blut findet man Antikörper.

Wie wird Mumps behandelt?

Mumps lässt sich nur symptomatisch behandeln. Also Fieber senken und dem armen Kind etwas gegen schmerzende Hamsterbäckchen geben.

Kann man sich vor fiesen Mumpsviren schützen?

Impfen ist die einzige Prophylaxe, die es gibt.

Hat man jedoch bereits einmal Mumps gehabt, so ist man lebenslang immun gegen die Biester.

Wann gegen Mumps zusammen mit Masern und Röteln geimpft wird steht im Impfkalender.