Da ist es: dieses saftige Steak, medium gegart. Lecker! Aber da war doch was. Ja Toxoplasmose. Der bekannteste Fiesling, der einem das Steak essen in der Schwangerschaft zu Nichte macht. Da wäre aber noch ein kleiner Bösewicht. Gestatten? Listeria monocytogenes. Er ist Verursacher von Listeriose.

Listeria verursacht Listeriose.

Vielleicht hast du bereits von dieser Erkrankung gehört. Jetzt fragst du dich sicherlich, wo sie herkommt und wie gefährlich Listeriose ist.

Zunächst einmal lässt sich sagen, dass Listeriose eine meldepflichtige Erkrankung ist. Das bedeutet, dass wenn es einen erwischt hat das Gesundheitsamt darüber informiert werden muss.

NIcht nur Schwangere bekommen Listeriose.

Wie bei eigentlich allen Infektionen muss das Immunsystem mit etwas Anderem beschäftigt sein oder schlafen, damit sich solche Bakterien wie Listeria in Scharen vermehren können. Das ist meist bei alten Menschen, Neugeborenen, Ungeborenen und HIV-Patienten der Fall. Während der Schwangerschaft ist der ganze Körper auf das Baby konzentriert und da geht einem der ein oder andere Listeria-Wicht durch die Lappen.

Und wie schleicht sich der Wicht in den Körper ein?

Listeria monocytogenes benutzt das Lebensmittel-Taxi. Über verschmutztes Obst und Gemüse und auch rohem Fleisch gelangt es dann in sein neues Zuhause namens Mensch. Sein Liebesnest hat Listeria im Magen-Darm-Trakt, wo er sich dann hemmungslos vermehrt. Er ist ein Multitalent. Er bildet bei ca. 25°C sogenannte Geißeln aus, die ihm die Fortbewegung ermöglichen. Ebenso Kälte schadet ihm nicht und so kann er sich selbst bei Kühlschranktemperaturen weiter vermehren. Sauerstoffbedarf? Nein, das hat Listeria nicht nötig. Angst vor Magensäure? Auch dagegen ist er vollkommen resistent.

Wie macht sich die Listeriose bemerkbar?

In erster Linie macht Listeriose Bauchschmerzen und spendiert eine Endlossitzung in den heiligen Keramikhallen. Darmentleerung auf Intensivkurs. In schlimmen Falle kommt es zu einer Enzephalitis, also einer Entzündung des Gehirns. Wenn das Gehirn betroffen ist kommt es zu Zittern, Lähmungen und Benommenheit. Schmiert man sich Listeria monocytogenes beispielsweise in die Augen oder in Wunden, kommt es dort zu Entzündungen.

Schwangerschaft und Listeriose

Werdende Muttis haben ein 12-mal höheres Risiko, da ihr Immunsystem einfach nur noch das Baby im Fokus hat. Zunächst haben Schwangere kurz Fieber und dann meist keine Symptome mehr. Die Erkrankung kann jedoch zu einer Entzündung des Mutterkuchens, einer Plazentitis, führen und somit weiter an das Kind übertragen werden. Das kann das Sterben des Ungeborenen zur Folge haben Gerade in der Frühschwangerschaft stirbt der kleine Wurm und es kommt zu einer Fehlgeburt.

In der späteren Schwangerschaft kann es auch zur Fehlgeburt oder Frühgeburt kommen.

Ansteckung erst unter der Geburt

Da ist dann der Tag der Geburt. Wenn sich ein Baby unter der Geburt ansteckt so nennt man das Listeriosis infantiseptica. Das kann zur Sepsis, einer Hirnhautentzündung oder Lungenentzündung führen. Taucht die Infektion direkt nach der Geburt auf so liegt die Sterblichkeit bei ca. 25%. Bricht die Infektion Tage oder Wochen nach der Geburt auf, so sterben ca. 35% an den Folgen der Infektion.

Woher weiß man nun, ob man Listeriose hat?

Sicher kann man eine Diagnose nur durch eine bakteriologische Untersuchung stellen. Dazu wird ein wenig Liquor, also Gehirnwasser untersucht.

So wird Listeriose behandelt

Bakterien werden mit Antibiotika behandelt, einziges Problem ist jedoch, dass man nur schwer rechtzeitig eine Diagnose stellen kann. Dazu kommt, dass Listeria mit seinen Geißeln in der Lage ist sind in Zellen zu verkriechen, wo er nicht mehr angreifbar ist. Aber die Prognose ist nicht aussichtslos.

Wie häufig ist Listeriose?

Insgesamt ist es eine seltene Erkrankung. Pro Jahr sind wes zwischen 300 und 600 Fälle und davon sind 30 bis 60 Fälle Schwangere oder Babys. Also sehr wenig.

Als Mutter kann man vorbeugen und sich und das Kind schützen

Klar hast du nun Angst, weil Listeriose tödlich verlaufen kann, aber du kannst dich und dein Kind schützen. Mit einfachen Mitteln und Wegen kann man eine Infektion vermeiden.

Das Wichtigste ist Fleisch immer ausreichend zu erhitzen. Obst und auch Gemüse immer gründlich abwaschen bevor man es sich munden lässt. Auch sollten Obst und Gemüse getrennt von rohem Fleisch gelagert werden.

Und du musst dir keine Sorgen machen, wenn jemand in deinem Umfeld an Listeriose erkrankt ist, denn das Bakterium hüpft nicht von Mensch zu Mensch.