Es gibt Momente, da muss man sich gegen Mutter Natur geschlagen geben. Aber man kann sie dann dennoch noch austricksen. Die Lösung des Rätsels: künstliche Befruchtung.

Immer mehr Paare helfen also durch die Kunst der Medizin nach. 2013 waren es in Deutschland über 80 000 vorgenommene künstliche Befruchtungen. Seit 1982 kamen in Deutschland rund 100.000 Kinder durch den Segen der modernen Medizin zur Welt.

Verschiedene Methoden stehen zur Auswahl

Bei künstlicher Befruchtung denkst du nun sicher direkt an sogenannte „Reagenzglaskinder“. Doch es gibt verschiedene Methoden der künstlichen Befruchtung.

Wie erfolgreich ist denn so eine künstliche Befruchtung?

Es gibt bei einer künstlichen Befruchtung keine Geld-zurück-Garantie. Niemand kann garantieren, dass die Medizin in allen Fällen ein Wunschkind aus dem Hut zaubern kann. Kinder bleiben eben auch ein großes Wunder.

Ob eine künstliche Befruchtung tatsächlich Früchte trägt hängt von der Methode und natürlich von den persönlichen Umständen ab.

Dir dürfte wahrscheinlich einleuchten, dass mit zunehmenden Alter der Acker auf dem der Samen wachsen soll an Fruchtbarkeit abnimmt. Auch hat nicht jede Frau eine Eizelle der Güteklasse A und auch die Spermien des Mannes sind nicht alles Spitzenathleten.

Pro Versuch mit der ICSI oder IVF liegt die Chance einen Volltreffer zu landen bei ca. 15 bis 25 %.

Birgt die Reproduktionsmedizin Risiken?

Zu einer künstlichen Befruchtung gehört auch eine Hormontherapie, um möglichst viele Eizellen zu produzieren. Durch die Hormone kann es zu Mehrlingen kommen. Auch das Gemüt eine Wunschmami leidet unter den Hormonen. Immerhin ist es ein schwerer Eingriff in den natürlichen Haushalt der Frau. Es kann auch bei der Entnahme und des Einsetzens von Eizellen zu Verletzungen und somit auch zu Infektionen kommen. Denn immer wo man etwas einführt, kann es sein, dass es bakterielle Trittbrettfahrer gibt.

Wie teuer ist so etwas und zahlt das die heiß geliebte Krankenkasse?

Alles hat seinen Preis, nicht nur nervlich und körperlich gesehen, ein auch natürlich finanziell. Die Preise sind je nach Methode und Klinik unterschiedlich, aber man muss mit mindestens 2000 Euro pro Versuch rechnen. Die Krankenkassen übernehmen unter bestimmten Voraussetzungen anteilig oder sogar komplett die Kosten für den Eingriff. Jedoch sponsert keine Krankenkasse unendlich viele Versuche. Bis zu 3 Versuche werden von einigen Kassen unterstützt, danach wäre man auf sich allein gestellt.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen um mit der Unterstützung der Krankenkasse rechnen zu können?

Das Paar muss verheiratet sein, wie lange spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist, dass der Mann zwischen 25 und 50 Jahre alt ist und die Frau 25 bis 40 Jahre alt. Das Alter spielt eine wichtige Rolle, da wie bereits erwähnt mit zunehmenden Alter die Erfolgsaussichten sinken. Und auch Krankenkasse investieren nicht, wenn die Erfolgsaussichten sehr gering sind. Man hört ja öfter, dass Krankenkassen nichts zu verschenken haben. Auch muss ein Attest von einem Arzt vorliegen, warum es bisher zu keinem Nachwuchs gekommen ist um auch hier wieder die Erfolgsaussichten abzuschätzen.

Es gibt auch ein paar Ausschlusskriterien. Sollte beispielsweise eine Sterilisation in der Vergangenheit stattgefunden haben, so ist man quasi disqualifiziert. Auch ein positiver HIV-Test oder eine fehlende Impfung gegen Röteln bedeuten, dass man mit keiner Finanzspritze durch die Kasse rechnen braucht.

Rechtliche Richtlinien

In Deutschland gibt es natürlich Gesetze. Deutschland, das Land der unendlichen Bürokratie. Bezüglich eines Wunschkindes gibt es da einige Dinge, die man beachten muss.

Sollte eine Frau kein Kind austragen können, so bleibt nur Adoption, da es absolut verboten ist eine Leihmutter in Anspruch zu nehmen. Auch das Einsetzen einer gespendeten Eizelle ist in good old Germany nicht legal genau so wenig wie den Samen eines Verstorbenen zu verwenden.

Wie einige vielleicht wissen kann man ja den Spermien ansehen, ob sie männlich oder weiblich sind. Es ist untersagt sich vorher das Geschlecht auszusuchen.

Es ist eh völlig unmoralisch ein Kind nur nach Geschlecht auszusuchen. Ein Kind ist ein Geschenk, egal ob ein Junge oder ein Mädchen.

Sollte es also bei dir nicht klappen durch Hormontherapie oder anderer Hilfsmittel, so kannst du dennoch vielleicht dein kleines Wunder irgendwann in den Armen halten. Dein Gynäkologe als auch deine Krankenkasse können dich diesbezüglich wunderbar beraten.