Der Schnitt in die Freiheit

Nicht alle kleinen Wunder nehmen den herkömmliches Weg. Einige kommen per Kaiserschnitt zur Welt. Der Kaiserschnitt trägt den edlen Namen Sectio caesarea im Reiche der Medizin. Es gibt viele Gründe warum solch ein Auszug aus der Ein-Raum-Wohnung stattfindet. Einige Frauen möchten es so, andere haben leider keine andere Wahl. Auch wenn eine Zangengeburt oder auch der Weg mit der Saugglocke missglückt endet es oft mit einem Kaiserschnitt. Früher gab es nur Notkaiserschnitte, heute kommt circa jedes 3. Kind in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt. Medizinisch notwendig sind nur 10-15%.

Vielleicht hast du dir auch schon Gedanken gemacht, welchen Weg in die Freiheit dein kleiner Schatz nehmen soll. Da ist es immer gut sich nochmal ein paar Fakten vor Augen zu halten.

Auch wenn die meisten grob wissen, was ein Kaiserschnitt ist, nochmal eine kurze Auffrischung. Bei einem Kaiserschnitt erfolgt ein Querschnitt am Unterbauch im Bereich der Schamhaargrenze. Gott sei Dank, denn so kann man die kleine Narbe wunderbar im Bikinihöschen verstecken. Die Narbe ist circa 12 bis 15 cm lang. Selten wird in Deutschland noch ein Längsschnitt vom Bauchnabel zum Schambein gemacht. Es gibt noch den sogenannten „sanften Kaiserschnitt“.  Bei dieser Methode wird ein kleiner Schnitt gemacht, dann werden Bauchdecke und Gebärmutter durch dehnen und reißen nur so weit wie notwendig geöffnet. Vorteil dieser Methode ist, dass die Mami nicht so lange im Krankenhaus bleiben muss und die Wundheilung deutlich besser ist. Klingt zwar paradoxer Weise sehr unsanft, aber wie bei allen Kaiserschnitten ist die Mutti ja betäubt und spürt davon nichts.

Ob sanft oder konventionell, sicher ist, dass du ein kleines optisches Andenken zurückbehalten wirst. Aber wie bereits erwähnt im Schambereich, so dass man auch am Strand im Bikini nichts sehen wird.

Primärer und sekundärer Kaiserschnitt

Es gibt 2 Arten von Kaiserschnitt: Der sekundäre und der primäre Kaiserschnitt.

Primärer Kaiserschnitt

Beim primären Kaiserschnitt handelt es sich um den geplanten Kaiserschnitt. Hauptmerkmal ist, dass die Geburt noch nicht begonnen hat, also keine Wehentätigkeit da ist und kein Blasensprung erfolgt ist. Die häufigsten Gründe, warum man den Bauchzwerg so aus seiner Wohnung herausbefördert sind oft, dass der Wurm sich nicht in die richtige Position begeben hat, Gefahr für den Zwerg besteht oder die Mama beispielsweise ernsthafte Rückenprobleme hat. Und damit sind nicht die üblichen Rückenschmerzen von der Kugelzeit gemeint. Mamis mit einer HIV-Infektion bekommen den Zwerg auch über die Luke im Bauch um das Ansteckungsrisiko für den neuen Erdenbürger so gering wie möglich zu halten.

Sekundärer Kaiserschnitt

Der sekundäre Kaiserschnitt hingegen ergibt sich und ist nicht geplant. Hierbei hat die Geburt schon begonnen und wird dann gemacht, wenn das Baby seine Choreographie nicht ausreichend zu Ende getanzt hat und die Drehung nicht vollständig war. Auch wenn mitten während der Geburt Fräulein Uterus nicht mehr mitarbeitet oder die Herztöne sich verschlechtern wird der Knirps per Bauchtürchen zum Auszug bewegt.

Die Narkose erfolgt über die PDA oder der Spinalanästhesie. Wenn es schnell gehen muss so bleibt leider nur eine ins Schlummerland.

Risiken und Nebenwirkungen

So ein Kaiserschnitt birgt wie jede Operation natürlich Risiken. So können nicht nur Muttis Organe oder das Kind verletzt werden, sondern wie bei jeder Wunde kann es zu Blutungen, Infektionen oder einer Thrombose kommen.

Vor- und Nachteile

Welche Vor- und Nachteile hat ein Kaiserschnitt, denn immerhin wünschen sich viele diese Entbindungsmethode. Ein klarer Vorteil und somit auch beinahe der einzige ist, dass man diese Schmerzen unter Geburt nicht hat welche für manche Frauen zum Trauma werden können.

Nachteile sind einige mehr. Für die Mutter könnte es zu Verwachsungen im Narbenbereich kommen kann oder auch die Gebärmutter an der Narbe reißen kann. Auch die Rückbildung und Stillphase beginnen verzögert. Nachweislich nimmt auch die Fruchtbarkeit nach einem Kaiserschnitt ab. Und die Milchbar wird auch mit Verspätung gefüllt. Viele Babys haben nach einem Kaiserschnitt Anpassungsstörung da beispielsweise noch viel Fruchtwasser in den Lungen ist. Bei der Spontangeburt werden die Lungen durch den engen Geburtskanal ausgepresst.

Wie du vielleicht siehst, hast du zwar unter der Geburt keine Schmerzen, jedoch tut jede Wunde weh. Du solltest dir also genau überlegen, ob der Vorteil unter der Geburt keine Schmerzen zu haben für dich so groß sind, dass du alle Risiken und auch die Zeit danach in Kauf nimmst. Immerhin musst du nach einem Kaiserschnitt auch noch warten bis du dein Glück in den Armen halten kannst, da ja das Türchen im Bauch wieder verschlossen werden muss. Für das Kind ist soweit nichts dazwischen kommt eine natürliche Geburt immer am besten.

Nachsorge

Nach einem Kaiserschnitt will die Narbe besonders gepflegt werden. Eine Mutter sollte die Narbe nicht groß belasten, indem sie beispielsweise schwer hebt. Somit fällt auch ein Bauch-Workout die ersten 4 bis 6 Wochen flach. Keine Bewegungen, bei der sich der Bauch stark anspannt. Das heißt auch weiterhin ein seitliches Wegroll-Manöver beim aus dem Bett steigen.

Bis die Narbe ihr endgültiges Gesicht zeigt dauert es ungefähr ein Jahr. Ein taubes Gefühl im Bereich der Narbe dauert mindestens ein halbes Jahr an.

Wenn man nun aber freiwillig oder unfreiwillig einen Kaiserschnitt hatte, so kann man bei einer weiteren Schwangerschaft dennoch auf normalen Wege entbinden.

Erfahrungsberichte

Hallo! 
Ich hatte einen Notkaiserschnitt nach 18 Stunden Wehen. 
Ich finde einen Kaiserschnitt nicht schlimm, habe mich nie schlecht gefühlt. 
Ich habe alles mitbekommen. Das gesamte Team um den Kaiserschnitt war super. 
Ich würde wieder einen machen ohne davor Angst zu haben. 
Als es hieß jetzt sofort Kaiserschnitt habe ich geweint. 
Ich habe von Anfang an eine tolle Bindung zu meinem Sohn gehabt, er hat sofort getrunken an der Brust, ab der zehnten Woche durchgeschlafen. 
Der Kaiserschnitt war um 18:00 Uhr, am nächsten Morgen bin ich alleine um sieben aufgestanden, Katheter raus und ab unter die Dusche. 
Die meinten zwar, dass man auf die Physiotherapie bis Mittag warten soll, aber ich dachte mir „jetzt stehst du“. 
Ich glaube ich hätte vor einer normalen Geburt mehr Angst, weil da ist einfach zu viel schief gelaufen vom Personal her. 

Hey, 
Ich hatte auch einen Kaiserschnitt. Geplant war der 14.2.18. 
Aber da ich einen Blasensprung hatte, bekam ich einen Notkaiserschnitt am 9.2.18. 
Erst wurde mir ein Katheter gelegt. Dann musste ich mich krumm machen für die Teilnarkose. Unter Wehen kann ich euch sagen ist das mit dem Buckel machen echt so eine Sache… Die Nadel lag dann auch irgendwann. 
Leider war es so, dasdie Betäubung nicht richtig wirkte und die Ärzte nicht ewig Zeit hatten, weil ich schon Wehen hatte. Also bekam ich eine Vollnarkose. Aufstehen am selben Abend ging bis ins Bad gut aber dann ging es meinem Kreislauf nicht gut. Lachen ist sehr schmerzhaft. Nach 4 Tagen wurde ich entlassen. Zum Aufstehen habe ich mich immer zur Seite gerollt. Ging eigentlich alles gut. Nur zurzeit, also 3,5 Monate später zieht die Narbe. Ich werde da mit zum Arzt gehen. Man hat halt vorher Angst, weil man nicht weiß was auf einen zukommt. Aber alles halb so schlimm. Ich würde es auch wieder tun. 
Ich stille voll und mein Kind und ich haben eine super Bindung würde ich behaupten. :) 
Ach ja Schmerzmittel habe ich nur einen Tropf und eine Tablette gebraucht. 

Ich hatte einen Kaiserschnitt nach 19stunden Wehen. Die Kleine hat sich nicht richtig ins Becken eingedreht und meine damalige Hebamme hat mir zum Kaiserschnitt geraten, obwohl die Ärzte eher dagegen waren. 
Der Kaiserschnitt an sich war für mich der absolute Horror, ich habe kaum Luft bekommen, mir war übel vom „Geruckel“ an meinem Körper und das OP – Team hat gewitzelt, statt hilfreiche Worte zu spenden. Nach dem Kaiserschnitt durfte ich die Maus kurz sehen und dann wurde sie mit meinem Mann herausgebracht. Ich habe mich in dem Moment total alleine gefühlt und einfach gehofft, dass dieser Horror schnell vorbeigeht. 
Das Stillen hat anfänglich ganz gut geklappt als ich zurück im Kreißsaal war. Aber die Kleine war für mich in dem Moment so fremd, als wäre es einfach nicht mein Kind. Es hat sich so angefühlt als würde gleich die richtige Mama zur Tür rein kommen um ihr Kind abzuholen. Ich habe viel geweint und war mit der Situation anfänglich total überfordert. Die wochenlangen Schmerzen haben es nicht unbedingt besser gemacht. Es hat sich dann etwa vier Wochen später nach starken Sturzblutungen auch noch herausgestellt, dass ein fast handgroßes Stück Plazenta in der Gebärmutter zurückgeblieben ist und ich musste noch mal für zwei Tage in die Klinik zur Ausschabung. In der Zeit war mein Mann beruflich im Ausland unterwegs. Ich habe mir auch psychologische Hilfe gesucht um meine Wochenbettdepression zu überstehen und hoffe ganz sehr, dass ich meine Maus im September normal entbinden kann. 
Für mich war der Kaiserschnitt einfach permanent mit dem Gefühl verbunden versagt zu haben. In meinen Augen ist es auch absolut nicht die leichtere Geburt.