Eine Eizelle ist auf dem Weg, prall und reif um befruchtet zu werden. Doch wo bleiben die Jungs? Was kann man tun, wenn die Jungs den Weg nicht finden oder auf halber Strecke einfach schlappmachen? Da kommt ihnen die Eizelle schon entgegen und dennoch kommt es vor, dass keiner der kleinen Schwimmer bei ihr ankommt.

Wenn man den Spermien etwas nachhilft

Man kann den Jungs etwas nachhelfen ihr Ziel zu finden. Die sogenannte Insemination oder Samenübertragung hilft dabei. Hierbei gibt es die homologe Insemination, wobei das Sperma des eigenen Partners genommen wird und die heterologe Insemination, bei der das Sperma eines Spenders verwendet wird. Insgesamt gibt es 4 verschiedene Varianten der Insemination.

Die intrauterine Insemination (IUI)

Bei dieser Methode, welche die am häufigsten angewendete ist, werden die Spermien mittels eines Katheters direkt in die Gebärmutter gespritzt. Quasi eine Direkteinspritzung.

Die intratubare Insemination (ITI)

Sollte ein Mann nur wenige gute Schwimmer in seinem Sperma haben, so kommt diese Methode zum Einsatz. Hierbei werden die Spermien noch näher ans Ziel gebracht indem sie direkt in den Eileiter gespritzt werden. Wie man ja irgendwann mal gelernt hat, findet die Befruchtung im Eileiter statt.

Die Kappeninsemination

Diese Methode ist selten, weil sie weniger erfolgreich ist. Die Spermien werden mittels einer Kappe vor den Muttermund platziert. Quasi auf dem Silbertablett vor die Tür gestellt.  Die Jungs müssen also die komplette Strecke alleine bewältigen. Die Kappe verhindert lediglich, dass die Jungs wieder aus der Scheide flutschen. Nach 1 bis 2 Stunden kann die Frau die Kappe dann selbstständig wieder entfernen.

Die intrazervikale Insemination (ICI)

Auch diese Methode ist sehr selten. Hierbei werden die Jungs per Katheter in de Gebärmutterhals gebracht. Also auch hier haben die Jungs noch einen weiten Weg vor sich.

Warum macht man eine Insemination?

Es gibt mehrere Gründe, warum Frauen bzw. Paare die Spermien mittels Katheter-Taxi kutschieren. Überwiegend liegen die Gründe beim Sperma des Mannes. Hat ein Mann zu wenige, nicht gut bewegliche oder gar viele missgebildete Spermien, so kann man die Schwimmer mittels der Spermienübertragung unterstützen ihren Weg zu finden.

Ein weiterer Grund ist die Impotenz des Mannes. Sollte ein man den konventionellen Geschlechtsakt nicht ausüben können, so kommen die Jungs ohne Hilfe nie an ihr Ziel.

Aber auch Defekte an Fräulein Uterus können hinderlich sein für die Schwimmer.

Die Vorbereitung

Um die Erfolgschancen zu maximieren, geht eine Hormonbehandlung voraus. Zunächst wird mit FSH oder Clomifen dafür gesorgt, dass genug kräftige Eizellen heranreifen. Sind diese 17 bis 20 mm im Durchmesser so wird mit hCG der Eisprung ausgelöst.

Dann erfolgt die eigentliche Insemination. Sollte das Sperma nur wenige bewegliche Spermien haben, so besteht die Möglichkeit diese auszusortieren und sie künstlich reifen zu lassen. Quasi „from zero to hero“.

Nach 14 Tagen ca. ist dann der Tag gekommen auf den man lange gewartet hat. Der Schwangerschaftstesttag.

Wie erfolgreich ist eine Insemination?

80% der Frauen werden nach 1 Jahr stolze Kugelträgerin, 60% sogar innerhalb der ersten 3 Versuche.

Es ist natürlich alles abhängig von Alter und Gesundheit der Frau wie du dir sicherlich denken kannst.

Risiken und Nebenwirkungen

Es kann natürlich angesichts der Hormontherapie und den daraus resultierenden prächtigen Eizellen und großer Menge zu Mehrlingen kommen. Auch kann es zu Infektionen durch kleine Blessuren kommen.

Sollte man sich für einen Samenspender entschieden haben aus welchen Gründen auch immer, so kann man Erbkrankheiten nicht ausschließen. Auch ist es oft eine psychische Belastung sowohl für die Frau, als auch für den Mann. Das führt häufig zu Problemen in der Partnerschaft. Immerhin ist es für viele Männer eine Frage der Männlichkeit einen Nachkommen zu zeugen. Ja, Männer und ihr Ego.

Für dich noch als kleine Information am Rande. Es gibt noch die Möglichkeit einer Heiminsemination. Hierbei wird das Sperma deines Partners oder eines Spenders mittels Spritze und Katheter durch die eigene Hand vor den Muttermund gespritzt.