Es ist der Höhepunkt der Schwangerschaft: Die Geburt! Neben der Frage wie das Baby in diese Welt schneit, stellt sich dann die Frage nach dem Wo. Krankenhaus? Geburtshaus? Oder doch lieber eine Hausgeburt?

1 bis 2% aller Kugelträgerinnen entscheiden sich dazu in den eigenen vier Wänden ihr persönliches Wunder zu bekommen.

Wer ist bei einer Hausgeburt dabei?

Bei einer Hausgeburt sind natürlich die Menschen mit dabei, die die werdende Mutti gerne dahätte. Betreut wird das heimische Spektakel in der Regel durch eine Hebamme. Welche Mutti auf einen Arzt hofft, hofft Vergebens. Das sollte jeder Mama bewusst sein, wenn sie sich für eine Hausgeburt entscheidet.

Muss man etwas vorbereiten?

Wer im trauten Heim entbinden möchte, sollte schon Wochen vor dem errechneten Termin mit der Hebamme alles besprechen. Wenn die Hebamme die Hausgeburt betreut, so hat sie bereits 2 bis 3 Wochen vor dem Termin Tag und Nacht Rufbereitschaft. Kinder haben eben keine festen Termine.

In den Räumlichkeiten kann man auch so einiges schon startklar machen. Wenn man weiß in welchem Raum des Hauses man entbinden möchte, kann man diesen schon vorbereiten. Einige legen Folie auf dem Boden aus, welches sich gerade bei Teppichboden empfiehlt. Welche frisch gebackene Mutti möchte schon nach der Geburt direkt den Teppich schrubben müssen?

Ratsam ist auch das Bett oder Matte, oder wo auch immer man sich entscheidet zu gebären, so zu positionieren, dass die Hebamme von beiden Seiten Zugang zur Mutti hat. Nett ist es auch immer der Hebamme ein kleines Tischchen bereitzustellen, wo all ihre Materialien Platz finden.

Was braucht man alles zur Geburt?

Wahrscheinlich kennst du es aus Filmen, wenn dort Babys geboren werden. Da heißt es immer: „Bringt Handtücher und heißes Wasser.“ Und damit haben sie nicht Unrecht.

Neben Handtüchern, Waschlappen und auch der Schüssel mit Wasser, kann man Getränke, Traubenzucker oder andere Snacks parat stellen. Vielleicht auch ein wenig Massageöl. Eine Massage während der Wehen ist manchmal echt sehr entspannend. Und nicht vergessen die Kamera, damit der erste Schrei schön festgehalten wird.

Wichtig ist natürlich alles in greifbarer Nähe zu platzieren. Welche Gebärende will auch ständig aufstehen und in die Küche latschen? Richtig! Keine!

Was gibt es sonst noch zu klären?

Bei vielen Fans von Hausgeburten gibt es bereits Kinder, daher muss geklärt werden, ob diese dabei sein sollen oder wer die Zwerge so lange bespaßt.

Ein anderer ratsamer Ratschlag: Kauf vorher am besten schon für ein paar Tage nach der Geburt ein, damit du die ersten Tage mit dem Wurm genießen und dich noch ein wenig entspannen kannst.

Was man auch als Mami nicht vergessen darf: Bei starken Wehen gibt es bei der Hausgeburt keine Möglichkeit einer PDA. Aber man kann die Schmerzen ja auch anders lindern.

Was ist mit Komplikationen?

Sollte es bei vorherigen Untersuchungen Auffälligkeiten geben, so ist eine Geburt in der Klinik ratsamer. Wenn es jedoch unter der Geburt zu Komplikationen kommt, bleibt nur die Umsiedlung in die Klinik. In der Nähe von einem Krankenhaus zu wohnen kann sich in solchen Fällen lohnen.

Wenn du dir eine Hausgeburt wünschst, solltest du dich vorher trotz allem in einer Klinik vorstellen, damit für den Fall der Fälle, da alle schon wissen wer du bist.

Was ist mit Sachen wie der U1 oder auch das Nähen eines Dammschnittes?

Die U1, als auch das Nähen macht in der Regel die Hebamme. Ist der Riss jedoch so schlimm, dass beinahe aus 2 Löchern eines geworden ist, so schickt auch die beste Näherin eine Mutti in die Klinik.

Wer zahlt den ganzen Spaß?

In Deutschland hat jede werdende Mutter Anspruch auf die Betreuung durch eine Hebamme. Auch das Betreuen einer Hausgeburt durch eine Hebamme wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Es gibt jedoch Ausnahmen, bei denen die Krankenkasse die Leistung verweigern können.

Da wären einmal die absoluten Ausschlusskriterien, bei denen die Leistung mit 100%iger Sicherheit nicht erbracht werden. Beispielsweise ein insulinpflichtiger Diabetes der Mutter oder Verletzungen an der Gebärmutter.

Und es gibt die relativen Ausschlusskriterien, wonach eine Krankenkasse ablehnen kann aber nicht muss. Dies ist zum Beispiel das Überschreiten des ETs.

Bedeutet das nun, dass man nach dem ET nicht mehr zu Hause entbinden kann?

Man kann natürlich nach Überschreiten des ETs zu Hause entbinden. Erst ab dem 3. Tag nach ET wird von den Krankenkassen ein gynäkologisches Konsil verlangt. Das bedeutet, dass der Frauenarzt des Vertrauens schriftlich bestätigen muss, dass einer Hausgeburt aus medizinischer Sicht nichts im Wege steht.

Sollte man ohne diesen netten Wisch sich zu einer Hausgeburt entscheiden, ist das bezüglich der Krankenkasse ein Vertragsbruch, welcher eine Vertragsstrafe oder auch den Ausschluss aus dem Vertrag zur Folge haben kann.

Also solltest du über den ET sein, einfach ab zum Arzt und den Zettel holen. Keiner braucht als frischgebackene Mama Stress mit einer Krankenkasse.