Nicht jede Mama ist vom Glück geknutscht. Einerseits ist da dieses kleine Wunder namens Baby, andererseits auch ein Riesenproblem namens Kohle. Viele Mamas sind oft auf sich allein gestellt und zaubern ganz alleine aus dem Wurm einen gesellschaftsfähigen Erdenbürger. Doch was tun, wenn Mama keinen Job hat und auch vom Kindsvater oder der Familie keine große Unterstützung zu erwarten ist?

Vielleicht befindest du dich genau in dieser Situation, oder hast einen Partner an deiner Seite, welcher aus welchen Gründen auch immer nicht die Brötchen im Haus verdient. Darum wirst du hier einiges zum Thema „Hartz IV“ finden. Von Ansprüchen und wie das alles so funktioniert mit dem Amt.

Den Anfang macht das Dach über dem Kopf

Selbst ohne Job, brauchen Mama und Anhang eine Bleibe. Doch wer soll das bezahlen? Ist die Mutter arbeitslos, so hat sie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 2, viel besser bekannt als das gute, alte Hartz IV.

Doch mach dir keine großen Hoffnungen, denn mit Hartz IV wirst du nicht in ein kleines schnuckeliges Häuschen einziehen.

Einer einzelnen Person stehen maximal 50m2 zu. Also lautet die Devise klein, aber fein. Für jede weitere Person im Haushalt heißt es 15m2 oben drauf.

„Juhu mit Kind stehen mir also 65m2 zu!“ Denkste! Das kommt darauf an, wie viele Jahre das Kind schon auf dem Buckel hat. Kinder bis 3 Jahren zählen meist nicht als zusätzliche Person, denn immerhin können die ja noch bei Mama im Schlafzimmer Heia machen.

Auch noch ein Kriterium: der Mietpreis. Natürlich bewilligt das Amt keine 50m2 Wohnung, wenn diese laut Mietpreis eigentlich einem Schloss ähneln müsste. Es gibt hierzu Tabellen mit dem aktuellen Mietspiegel des jeweiligen Ortes.

Für dich würde das also bedeuten: eine kleine Wohnung zu einem, dem Amt zusagendem Preis. Und ja genau das ist das Schwierigste an der ganzen Geschichte. Finde erst einmal eine gute Wohnung, wo das Amt sagt: „Ok, ist genehmigt“.

Von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich

Die Agentur für Arbeit heißt bundesweit gleich, arbeitet aber dennoch individuell.

Auch wenn genau das die Vorgaben sind, so bleibt von Amt und zu Amt ein scheinbar riesiger Spielraum, was Bewilligungen angeht. So gibt es durchaus Sachbearbeiter, welche es gut mit einem meinen und auch mal eine größere Wohnung bewilligen. Selbstverständlich muss die preislich im Rahmen liegen. Sollte sie preislich etwas darüberliegen, kann so eine nette Person vom Amt auch ein Auge zudrücken und man gleicht den Mehrbetrag einfach selbst aus.

Doch wie läuft es ab mit den ganzen Anträgen für Hartz IV?

Zunächst einmal heißt es: „Hallo Amt hier bin ich!“. Erstmal muss man natürlich Arbeitslosengeld 2 beantragen, also Hartz IV. Danach bekommt man Informationen bezüglich der Ansprüche, die das traute Heim in spe erfüllen muss. Und schon geht es auf Wohnungssuche. Hat man ein Objekt gefunden, so geht man mit den Informationen zum Amt und wartet, ob es für angemessen gehalten wird oder eben nicht.

Was bekommt man neben der Wohnung noch für Unterstützung?

Natürlich kann man nur mit einer Wohnung schlecht leben, denn von Luft und Liebe kann man sich leider nicht ernähren. Daher bekommt man pauschal monatlich 409€ als Erwachsener. Sollte man mit jemanden zusammenwohnen, so verringert sich der Betrag. Doch auch ein Kind hat natürlich Anspruch auf Leistungen.

Eigentlich schön oder? Das Kind hat noch keinen Finger in der Arbeitswelt gekrümmt und dennoch bekommt es Leistungen. So schlecht ist der Staat dann doch nicht wie alle sagen.

Ein Kind bekommt monatlich 237€ bis zum 5. Lebensjahr. Da es danach etwas mehr Ansprüche hat bekommt es dann vom 6. bis 13. Lebensjahr sogar 276€. Im Anschluss daran bis zur Volljährigkeit 306€.

Als alleinerziehende hat man zusätzlich sogar die Möglichkeit Mehrbedarf zu beantragen. Immerhin ist Frau ja dann auf sich allein gestellt.

Als Bonus steht einem eine Erstausstattung für die eigenen 4 Wände zu. Das beinhaltet natürlich nicht den 65 Zoll LED-TV oder eine Whirlpoolbadewanne.

Was auch wichtig ist zu wissen: Von den Bezügen muss man Telefon, Internet, TV als auch Strom zahlen. Zur Wohnung gehört lediglich Kaltmiete zuzüglich ein bestimmter Betrag für die Nebenkosten.

Wo ist der Haken?

Den Haken gibt es natürlich, und da wären wir auch schon bei dem Grund, warum sich bei den meisten bei dem Stichwort „Hartz IV“ die Fußnägel aufrollen. Kindergeld, Kindesunterhalt oder auch zum Beispiel Dinge wie Halbwaisenrenten oder andere Auszahlungen, werden als Einkommen gerechnet. Das heißt: Leistungen werden gekürzt.

Ja das ist nun wohl auch etwas, was dir sauer aufstoßen dürfte. Mit Hartz IV ist man eh schon sehr eingeschränkt und dann kürzen die auch noch die Bezüge, nur weil man Kindergeld bekommt. Das ist nicht fair, aber so tickt das System in Deutschland nun mal.

Wie hoch also letztendlich die Unterstützung staatlicherseits aussieht, weiß man wirklich erst am Schluss. Es ist auch aufgefallen, dass die Bezüge innerhalb Deutschlands sogar stark variieren können. Also in Stein gemeißelt ist selbst beim Amt nichts, obwohl es ja immer gerne mal heißt „Ich arbeite hier nur nach Vorschrift“ oder „Ich kann leider nichts für sie tun, da sind mir die Hände gebunden“.

Also heißt der einzige Rat, den man geben kann: Hingehen und sich beraten lassen. Grobe Anhaltspunkte hast du nun, alles andere muss man mit den Sesselpupsern vor Ort selbst klären. Sei dir aber sicher, geholfen wird dir auf jeden Fall.