Es ist soweit. Der Bauchzwerg soll das Licht der Welt erblicken und das sehr bald. Doch was ist, wenn Mutter Natur den Knopf zum Wehehnauslösen nicht drücken will oder sie den Knopf einfach nicht findet? Wie kommt es zu Wehen, wenn Mutter Natur verpennt hat? Dann wird die Geburt eingeleitet. Das bedeutet, dass die Wehen künstlich ausgelöst werden.

Warum eine Geburt einleiten?

Aus welchen Gründen wartet man denn nicht auf Mutter Natur? Immerhin ist es ja eigentlich ihr Job. Zum einen natürlich, wenn Mutter Natur ihren Einsatz verpasst hat und die Mutter schon über dem errechneten Termin ist. Aber auch wenn es dem Kind nicht gut geht, weil die Plazenta es nicht gut genug versorgt oder eine Gestose vorliegt. Vorzeitiger Blasensprung, Diabetes oder auch wenn das Kind sehr groß geschätzt wird, kommt es zu einer Geburtseinleitung.

Jetzt fragst du dich bestimmt, warum die Größe des Kindes ein Grund ist für einen Rausschmiss aus der Ein-Raum-Wohnung. Wenn ein Kind in der beispielsweise 36. Woche schon riesig ist, so wird eingeleitet da das Kind sonst zum Termin wahrscheinlich zu groß wäre für eine natürliche Geburt.

Nicht immer ist eine Geburtseinleitung möglich

Es gibt aber auch verschiedene Gründe, warum man die Wehen nicht künstlich auslösen darf. Bei einer Plazenta praevia beispielsweise ist an eine natürliche Entbindung nicht zu denken. Also braucht man da dann auch keine Wehen auslösen, denn hier bleibt nur das Hintertürchen Kaiserschnitt. Sollte die Nabelschnur den Ausgang versperren, die Frau einen Genitalherpes haben oder das Kind nicht durch das Becken passen, so existiert die Option Geburtseinleitung nicht. Bei einer Allergie gegen Prostaglandin kann auch nicht eingeleitet werden, so bleibt dann auch nur der Kaiserschnitt, wenn der Zwerg nicht freiwillig ausziehen möchte.

Wie werden Wehen ausgelöst?

Es gibt verschiedene Methoden eine Geburt einzuleiten. Da gibt es einmal das wunderbare Kuschelhormon Oxytocin. Dieses wird über die Vene verabreicht oft in Verbindung mit der Fruchtblasenöffnung auch Amniotomie genannt. Nachteil ist, dass es bei dieser Methode trotzdem notwendig werden kann einen Kaiserschnitt durchzuführen und das Stillen könnte beeinträchtigt werden. Ebenso kann es passieren, dass das Neugeborene mehr schreit wie ein Opernsänger.

Die Methode erster Wahl ist das Hormon Prostaglandin. Meist sind es dann Tabletten die die werdende Mutti schlucken muss. Es kann aber auch Gel verwendet werden. Das Prostaglandin der Wahl ist Variante E2.

Es gibt noch das Prostaglandin E1, auch unter dem Namen Misoprostol bekannt. Es wird auch oral oder vaginal verwendet. Hierbei ist der Nachteil, dass es zu einem Wehensturm kommen kann. Der Name spricht wirklich Bände. Es ist wie ein Orkan von heftigen Wehen. Das ist nicht immer der Fall, kann aber passieren. Deshalb eignet Prostaglandin nicht bei Frauen mit vorhergegangen Operationen an Fräulein Gebärmutter.

Welche Methode am geeignetsten ist für eine Mutter wird anhand des Bishop-Scores ermittelt.

Wehen auslösen von zu Hause

Die Auswahl klingt natürlich für dich alles andere als wünschenswert. Es gibt jedoch auch die guten alten Hausmittel. Dir sollte jedoch bewusst sein, dass Hausmitteln ja keine klare Wirkung nachgesagt werden kann. Also egal was du probieren wirst, es gibt keine Garantie, dass es funktioniert. Dennoch hier ein paar Tipps, wie du natürlich Wehen provozieren kannst:

  • Ein angenehmer Tipp ist Sex. Hemmungslos wie die Karnickel, kann das Wehen auslösen.
  • Auch das Stimulieren der Brustwarzen kann den Startschuss zur Geburt geben.
  • Bauchmassagen, warme Bäder und Bewegung können auch einiges in Gang setzen.
  • Himbeerblätter- und Brombeerblättertees werden auch Wehen fördernde Eigenschaften zu gesprochen.
  • Doch auch Koffein und scharfes Essen können da helfen, wenn man es denn mag.
  • Was sehr komisch klingt sind Nelkenöltampons. Sollen aber auch Einfluss auf die Wehen haben.
  • Dann gibt es noch Reflexzonenmassage und Akupunktur.
  • Zum Schluss noch der Wehencocktail. Dieser besteht aus Aprikosensaft, Eisenkraut, Rizinusöl und ein wenig Cognac oder Sekt. Davon ist jedoch abzuraten, da dieser zu sehr starken Wehen führen kann und würde problematisch werden, wenn der Muttermund noch nicht weit genug geöffnet ist.
  • Wenn man Rizinusöl liest denkt man sofort an die Biolösung bei Verstopfung. Ja auch ein Einlauf kann Wehen auslösen.

Für was du dich entscheidest, ob natürlicher Weg oder doch lieber der modernen Medizin vertrauen ist deine Entscheidung. Bei einer Sache kannst du dir allerdings sicher sein. Egal wie, aber dein Kind wird das Licht der Welt erblicken. Komme was wolle.