Mit letzter Kraft zum Blind-Date mit Liebesgarantie: Endlich laufen die letzten drei Monate. Bis hier hin war es bereits ein sehr abenteuerlicher Weg, doch das eigentliche Abenteuer erwartet einen erst noch.

Neue Arztroutine

Klar der Bauchzwerg verändert nur noch Größe und Gewicht, aber dennoch ändert sich etwas. Die Untersuchungen beim Gynäkologen werden nun in kürzeren Abständen erfolgen und zusätzlich gibt es noch CTGs. CTG bedeutet, dass eine Mama sich anhören kann wie das kleine Herz in ihr schlägt und das nicht nur zwei Minuten, sondern 10-20 Minuten. Doch nicht nur hören wird sie es, sondern alles auch sehen. Das CTG zeichnet nämlich alles auf. Nicht nur Herzschlag, sondern auch die Wehentätigkeit.

Anfangs wirst du dich sicher riesig freuen, alles ist so aufregend. Doch schnell haben es einige Frauen satt. Stillliegen und warten und das wenn man eventuell aufgrund der Babykugel schon Rückenschmerzen hat. Aber hey, denk dran, es gibt dir Sicherheit, dass es dem Baby gut geht und dafür lohnt es sich alle Male. Halte dir vor Augen: du befindest dich auf der Zielgraden.

Aua – nicht in die Rippen!

Da das Baby nun immer weiterwächst, wird man nun Bewegungen sicher wahrnehmen und auch der Partner kann es von außen fühlen, wenn im Bauch kleine Kampfübungen vollzogen werden. Je nach Körperbau der Mutter sieht man es auch deutlich, wenn das Baby tritt. Bei manchen sieht dies sehr gewöhnungsbedürftig aus. Als wäre im Bauch etwas aus einer anderen Welt was sich durch den Körper bewegt.

Denn am Ende ist aus der Erbse eine Wassermelone geworden. Aus einem Zellklumpen ist ein kleiner Mensch mit allem drum und dran geworden. Ein wahres Wunder.

 

Hecheln wie ein Hund oder doch lieber die aufgehende Sonne?

Man kann also immer deutlicher sehen, dass es der Endspurt ist. Falls man es noch nicht vorher gemacht hat, hat man die Möglichkeit in Geburtsvorbereitungskurse zu gehen. Das sind meist Hechelkurse für Mama und Partner. Oder Entspannungskurse. Einfach den Googlemat anschmeißen und Kurse raussuchen oder die Hebamme fragen. Der Frauenarzt wird aber sicher auch Adressen haben.

Ob du diese Kurse machen magst bleibt dir überlassen. Viele machen sie, weil sie glauben es hilft ihnen bei der Geburt des Kindes. Aber die Hebamme kann dir da auch Tipps geben und im Kreißsaal unterstützen dich auch die Hebammen da. Denn ich denke, wenn es dann soweit ist, ist man zu aufgeregt um die Übungen aus den Kursen fachgerecht durchzuführen. Aber schaden kann es nicht.

Doch es gibt noch ein paar Dinge zu tun. Bei vielen zum Beispiel: das Kinderzimmer einrichten. Wo wir wieder bei dem beliebten Thema Shoppen wären. Ein Traum. Das macht mehr Spaß als alles andere. Mit Liebe zum Detail alles dekorieren, damit der Wurm von der engen, dunklen Einraum-Wohnung in ein helles, warmes Wohlfühlparadies umziehen kann. Auch wenn es dem Knirps sicherlich bei Mama im Bauch am besten gefallen hat.

Mein Tipp: Arbeite am besten mit einer Checkliste, was du alles brauchst, damit am Ende nicht doch noch was fehlt. Nimm auch hier deinen Partner mit, immerhin brauchst du neben der zweiten Meinung auch noch jemanden, der alles aufbaut.

 Das Blind-Date: aber wo nur findet es statt?

 Nun hat man also sich mental auf die Geburt vorbereitet, geht fein zu den Untersuchungen und auch das Kinderzimmer ist startklar. Doch ein ganz wichtiger Punkt fehlt noch. Eigentlich sogar zwei. Der erste Punkt, um den man auch nicht herumkommt: Wo entbinde ich? Für viele ist die Antwort: Im Krankenhaus. Wo sonst? Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten. Im Endeffekt kann man überall entbinden, wo es einem lieb ist. Die häufigste Variante ist natürlich aufgrund der medizinischen Versorgung das Krankenhaus. Es gibt aber auch Geburtshäuser oder man entscheidet sich für eine Hausgeburt. Man hat die Qual der Wahl.

Ich rate dir einfach, dir alles einmal auszumalen und anzuschauen. Schau dir verschiedene Kreißsäle und vielleicht auch Geburtshäuser an. Wie deine eigenen vier Wände aussehen weißt du ja. Und dann entscheide, wo es für dich am angenehmsten wäre. Du sollst dich ja schon wohlfühlen, da man nie weiss wie lange so eine Geburt dauert.

 Welchen Weg ins Leben nimmt der Wurm bloß?

 Dann hat man den Ort des Geschehens gewählt, doch welche Frage bleibt dann noch? Richtig! Die Frage nach dem „wie“! Viele denken: “Ja normal halt!“ Doch was ist normal? Für die meisten bedeutet das eine Spontanentbindung in einem Kreißsaal. Es gibt aber noch viele andere Möglichkeiten. Zum einen gibt es natürlich die Wahl zwischen Spontangeburt oder einem gewünschten Kaiserschnitt. Manchmal ist es leider notwendig das Kind per Kaiserschnitt auf die Welt zu holen, aber sollte dies nicht der Fall sein, kann die Mutti sich dennoch einen Kaiserschnitt wünschen. Aus welchen Gründen man dies möchte, sind meist sehr unterschiedlich. Viele denken fälschlicherweise es sei schmerzfreier, nur leider vergessen viele die Zeit nach der Geburt. Denn klar ist die Entbindung an sich aufgrund der Betäubung schmerzfrei. Aber diese Betäubung hört auch mal auf und jede OP-Wunde tut weh. Also eine komplett schmerzfreie Entbindung gibt es nicht. Aber was andere Frauen vorher geschafft haben, schafft man dann auch. Und so unerträglich kann es ja auch nicht sein, wenn einige Frauen eine ganze Fußballmannschaft haben oder?  Wenn man sich also nun für eine Spontangeburt entschieden haben sollte, so gibt es dort noch zig Varianten, wie man entbinden kann. Es gibt mittlerweile nicht nur das simple Kreißbett. Man kann eine Geburtswanne wählen, wenn man sich eine Wassergeburt wünscht oder weitere zunächst kurios wirkende Varianten wie Geburtsseile und Geburtshocker .

Falls du dir nun nicht vorstellen kannst wie sowas aussieht und funktionieren soll, rate ich dir einfach in einen Kreißsaal zu gehen und dir das alles live anzuschauen. Die Hebammen zeigen dir dort auch wie Hocker und Co angewendet werden. Und keine Angst, Besichtigungen von Kreißsälen sind normal. Einfach dort anrufen und einen Besichtigungstermin vereinbaren.

 Dann kann es ja fast losgehen!

 Dann wäre ja alles geklärt: Geburtsvorbereitung, Kinderzimmer, Wahl von Ort und Art der Entbindung. Doch eines empfiehlt sich noch sehr. Die Kliniktasche. Manchmal geht es dann doch schneller mit den Wehen als geplant. Und damit man nicht dann noch unter Druck eine Tasche fürs Krankenhaus packen muss oder es dem eh bereits supernervöse Partner überlassen muss, einfach ein paar Wochen vor dem Entbindungstermin schon mal eine Tasche packen.

Wenn all das erledigt ist, kann eigentlich ja auch nix mehr schief gehen und man geht die letzten Meter, auch wenn sie aufgrund körperlicher Wehwehchen sehr schleppend sein können, dennoch mit sehr viel Vorfreude auf den neuen Erdenbürger.

Unbeweglich wie ein Michelin-Männchen

Doch auch für Mama kann sich wohl im letzten Trimenon noch was ändern. Nicht nur, dass eine Frau die eigenen Füße nicht mehr sehen kann oder auch das Schuhe anziehen zu der größten  Herausforderung des Lebens wird: Nein, als wäre das nicht schlimm genug kriegen viele Frauen auch noch Elefantenbeine. Im ganzen Körper sammelt sich Wasser an, so genannte Ödeme. Keine Panik, mit der Entbindung geht auch das wieder weg, aber erstmal schränkt es einen dermaßen ein, dass man am liebsten einen persönlichen Assistenten hätte. Man kann ja auch einfach seinen Liebsten zum persönlichen Assistenten ernennen. Hat auch so seinen Vorteil wenn man weniger machen kann. Dann muss dann wohl jemand anders den Haushalt schmeißen. Schlafen wird auch zu einer anspruchsvollen Aufgabe, denn oft stört die Kugel und auch das Umdrehen kann zu einem minutenlangen Kampf werden. So müssen sich also gestrandete Wale fühlen, welche irgendwann von Tierschützern wieder zurück ins Meer geschoben werden. Aber da man ja nun hilflos scheint, kann man einfach den Schatz nach Hilfe fragen, erspart einem die Anstrengung. Leben wie ein König mit Bediensteten.

Solltest du auch so eine Kugel haben, dass die Intimrasur, das Schuhe anziehen oder andere eigentlich pipi-einfache Aktionen zu einem riesen Hindernis werden, so sei beruhigt, denn du hast es bald geschafft und dann hast du deinen Körper erstmal wieder für dich. Um das Wasser aus den Beinen zu bekommen, solltest du neben Bewegung immer ab und an die Beine hochlegen. Das hilft ein wenig.