Bei der Begrifflichkeit Down-Syndrom gefriert vielen Kugelträgerinnen und denen, die es werden wollen, meist das Blut in den Adern. Doch kaum eine Frau weiß, was es genau bedeutet dieses Down-Syndrom. Daher brechen 9 von 10 Frauen nach Diagnose Down-Syndrom die Schwangerschaft ab.

Was genau ist das Down-Syndrom?

Medizinisch gesehen ist es eine Genommutation. Wobei jedoch der Begriff Down-Syndrom nur das beschreibt, was man hinterher sehen kann. Der Erste, der diese optischen Merkmale 1866 beschrieb war ein englischer Arzt namens J.L. Down. Der Defekt an sich hört auf den Namen Trisomie 21.

Um es dir leichter zu erklären versteife dich nicht auf Fachbegriffe.

Die Trisomie 21 ist das Resultat, wenn sich ein Paar nicht trennen kann: und zwar ein Chromosomenpaar. Normalerweise sind ja 46 Chromosomen in Pärchen aufgeteilt, welche sich bei der Zellteilung trennen. Ist ja auch logisch immerhin müssen sie sich trennen um sich danach mit Papas Chromosomen zu verbinden. Doch oft ab und zu passiert es, dass Paar Nummer 21 einfach weiterhin zusammen tanzt und Papas Chromosom sich dazu gesellt. Eine Dreiecksbeziehung quasi.

Welche Auswirkungen hat denn diese Dreierbeziehung?

Wie ausgeprägt die Auswirkungen sind hängt davon ab, welche Form der Trisomie 21 besteht. Die häufigste Form ist die „Freie Trisomie 21“. Hierbei hat jede Zelle das 21. Chromosom drei Mal anstatt nur zwei Mal.  Dann gäbe es noch die Mosaik-Trisomie-21, bei der nicht alle Zellen über das Dreiergespann verfügen. Bei der Mosaik-Trisomie-21 sind die Auswirkungen weniger ausgeprägt als bei der freien.

Es gibt Folgen, welche man bereits im Mutterleib erkennen kann.

Noch bevor der Wurm das Licht der Welt erblickt, gibt es einige Dinge, welche darauf schließen lassen, dass der Knirps mit einem kleinen Extrachromosom ausgestattet ist.

Viele Trisomie-Kinder haben Herzfehler, welche heutzutage wunderbar korrigiert werden können. Auch eine Sandalenfurche lässt sich auf einem Ultraschall erkennen.

Um es dir einfacher zu erklären, was eine Sandalenfurche ist, stelle dir einfach Folgendes vor: Dein Baby hat die ganze Zeit über Flip Flops getragen und jetzt steht der dicke Onkel von seinem Nachbarn weit ab. Genau dieser Abstand zwischen den Zehen nennt man Sandalenfurche.

Auch Oberarm- und Oberschenkelknochen sind im Vergleich kürzer als sie sein sollten. Der Augenabstand bei der Trisomie ist auch etwas geringer. Doch das was am meisten untersucht wird ist die Nackenfaltentransparenz. Da Down-Syndrom-Kinder ein Nackenödem haben, lässt sich das an der Nackenfalte erkennen.

Doch all das sind Hinweise auf eine Trisomie, genau wie ein Bluttest ab der 14. Schwangerschaftswoche nur einen Hinweis auf ein kleines Extra Chromosom geben kann. 100%ige Sicherheit gibt lediglich eine Fruchtwasseruntersuchung oder die Untersuchung von Plazentagewebe.

Trisomie 21 bringt ein paar Einschränkungen mit sich

Wie du sicherlich weißt, ist ein Trisomie-Kind zwar mit einem kleinen Extraportion Chromosomen ausgestattet, jedoch gibt es durch diese Extra körperliche als auch geistige Einschränkungen. Das Kind ist behindert, wobei sich behindert sehr negativ anhört. Down-Syndrom-Kinder sind einfach sonderbar mit einer Extraportion Liebe.

Down-Syndrom: Äußerlich und innerlich etwas Besonderes

Jeder hat schon in Verbindung mit Down-Syndrom das Wort „Mongolismus“ gehört. Das liegt daran, dass das Gesicht sehr flach aussieht. Der Begriff Mongolismus ist aber sehr unschön und sollte nicht verwendet werden.

Sicher hast du auch oft die Kurzform „Mongo“ gehört, welches ausschließlich zur Beleidigung benutzt wird.

Bei einem Down-Syndrom-Knirps sind Die Hände sehr klein und haben eine Vierfingerfurche. Kleine Händchen dafür eine große Zunge für extra feuchte Küsschen für Mama. Leider haben Herz und Darm oft Fehlbildungen, welche sich aber von den Göttern in weiß meist beheben lassen. Die kleinen Kämpfer sind insgesamt infektanfälliger und haben ein erhöhtes Leukämierisiko. Klar wer will denn nicht so eine Extraportion Liebe? Selbst die Bakterien und Viren haben das gern.

All das bedeutet aber nicht, dass jedes Down-Syndrom-Würmchen ständig krank ist und auch noch Krebs bekommt. Also mache dir dies bezüglich keine großen Sorgen.

Geistig hat so ein Wunderkind ebenso seine Eigenarten. Kognitiv entwickeln sie sich schneller als motorisch.

Doch keine Bange, auch mit Down-Syndrom lernen die Kinder sprechen und laufen. Die meisten verstehen das meiste was gesprochen wird, es dauert nur etwas bis sie sich selbst ausdrücken können.

Auch wenn Intelligenz gemindert ist und die Entwicklung bis zum 5. Lebensjahr nur mit halben Tempo abläuft, so haben solche Kinder etwas ganz Besonderes: ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten. Wo sich so mancher Erwachsener eine Scheibe von abschneiden könnte ist die unendliche Liebe und Empathie, die ein Knirps mit 47 Chromosomen anderen Menschen entgegenbringen kann. Sie sind sehr sensibel und fürsorglich.

Wie alt werden diese kleinen Sympathisanten?

Dank der ganzen Entwicklung der modernen Medizin gibt es viele Vorsorgen und so kann auch ein Down-Syndrom-Kind 60 Jahre alt. 1925 waren es noch durchschnittlich circa 9 Jahre.

Wie fördert man solch ein Kind?

Es gibt Möglichkeiten die Defizite etwas auszugleichen. Motorisch kann man nur eines tun. Turnen, turnen, turnen. Oder auch Sport, Sport, Sport genannt. Wenn es nicht so hart klingen soll kann man auch Ergotherapie sagen. Hierbei kann man das Kind super fördern.

Sprachlich gesehen lässt sich eines sagen: Gucken ist besser als nur lauschen. Man kann daher mit Mimik, Gestik und auch Gebärdensprache seine täglichen Ansprachen an das Kind untermalen.

Da die Kinder mit dem gewissen Extra sehr sensibel sind bedarf es natürlich viel Einfühlungsvermögen, daher bieten sich integrative Kindergärten an.

Wie du siehst kann ein Kind mit der Extraportion Liebe zu einem großartigen Menschen heranwachsen. Außerdem kann dir niemand sagen, wie stark die Ausprägung des Down-Syndroms ist. Es gibt viele Kinder mit Down-Syndrom, die vollkommen selbstständig leben können. Mit Kochen, Haushalt, Arbeit und allem was dazugehört. Nicht jedes behinderte Kind ist ein Pflegefall.

Doch was ist, wenn man sich der Aufgabe „Kind mit Down-Syndrom“ nicht gewachsen ist?

Neben Adoption bleibt natürlich immer noch der Schwangerschaftsabbruch. Wie alle wissen, ist bis zur 12. Schwangerschaftswoche ein Abbruch erlaubt. Nun kann man aber oft zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, ob das Kind gesund ist oder nicht. Sollte also die körperliche oder psychische Gesundheit der Mutter gefährdet sein Schaden zu nehmen, so kann man die Schwangerschaft quasi bis kurz vor der Geburt abgebrochen werden. Dies erfolgt dann ab der 20. Woche über den Fetozid, bei dem das Kind im Mutterleib getötet wird.

Jede Mutter sollte sich nach der Diagnose Trisomie 21 erst einmal Zeit nehmen und darüber nachdenken. Es gibt auch Selbsthilfegruppen, wo sich eine Mutter auch mit Betroffenen austauschen kann. Nur keine vorschnellen Entscheidungen treffen. Das schönste Gefühl einer Mutter ist es doch, wenn das eigene Kind einen von Herzen anlächelt, egal ob 46 oder 47 Chromosomen.