In so einer Fruchtblase lässt es sich gut turnen, aber in der Regel liegen die kleinen Bauchzwerge mit dem Kopf nach unten, wenn es Richtung Geburt geht. Ist ja immerhin die Startposition. Doch was ist, wenn das Kind wie ein Buddha in seiner Blase sitzt?
3 bis 5% der Babys liegen ab der 38. Schwangerschaftswoche in Beckenendlage, kurz BEL.
Das bedeutet aber nicht zwangsweise einen Kaiserschnitt, denn es gibt ab der 37. Woche die Möglichkeit der sogenannten äußeren Wendung oder Drehung. Hier ist der Name Programm und man versucht den Wurm zu einem Purzelbaum im Bauch zu bewegen. In ungefähr 60% funktioniert das auch und das Kind dreht sich mit dem Kopf ins Becken.

Und so wird’s gemacht

Die äußere Wendung wird meist ambulant im Krankenhaus gemacht, bei dem ein OP-Team bereitsteht, falls es zu Komplikationen kommt.

Dann muss zunächst einmal natürlich gecheckt werden wie das Kind liegt und auch wie groß der Zwerg schon ist. Auch Fruchtwassermenge und der Sitz der Plazenta werden sorgfältig überprüft.

Es folgt eine CTG-Kontrolle, denn der Zwerg sollte topfit sein, wenn er seinen Purzelbaum macht.

Wenn nötig werden noch wehenhemmende Mittel gegeben, damit sich die Gebärmutter vollkommen entspannen kann.

Und nun geht es los: Der Arzt drückt auf Mamas Unterbauch und versucht so den Popo aus dem Becken hochzuschieben. Mit einer Hand wird das Köpfchen ertastet und je nach dem wo der Kopf sitzt entscheidet man ob es einen normalen Purzelbaum macht oder ob die Rolle rückwärts erfolgt.
Dann wird das Baby nach und nach mit der Hand weitergedreht bis das Köpfchen im Becken liegt.

Nach der meist 2 bis 3-minütigen Prozedur wird mit dem Ultraschall geschaut ob das Kind nun richtig liegt und per CTG wird nochmal geschaut ob es dem Kind weiterhin gut geht.

Hat alles geklappt, kann die werdende Mama nach Hause. Am Folgetag wird nochmals ein CTG gemacht.

Es ist eher selten, dass wenn das Kind einmal mit dem Köpfchen unten liegt, dass es die Schädellage verlässt und wieder aufrecht im Bauch sitzt.

Tut das weh?

Da der Arzt sehr viel Druck ausüben muss und am Bauch herumquetscht reicht die Schmerzskala von unangenehm bis tatsächlich auch sehr schmerzhaft. Es kommt ja auch immer auf das persönliche Schmerzempfinden an.

Das spricht gegen eine äußere Wendung

Sollte die Plazenta sich vor dem Muttermund niedergelassen haben ist eine manuelle Wendung nicht empfehlenswert. Weiter Gründe, die gegen eine Wendung sprechen sind ein vorzeitiger Blasensprung, zu viel Fruchtwasser, eine Unterversorgung vom Kind, ein auffälliges CTG oder auch Zwillinge. Sollte das Kind die Nabelschnur als Kette verwenden und sie um den Hals tragen, so ist eine äußere Wendung ausgeschlossen. Blutungen in der zweiten Schwangerschaftshälfte, ein vorzeitiger Blasensprung und Fehlbildungen an der Gebärmutter sprechen auch gegen den Purzelbaum im Bauch. Sollte die Mama besonders viel Hüftgold haben so ist eine äußere Wendung sehr schwer und daher wird auch davon abgeraten. Für solche Fälle gibt es auch alternative Methoden, wie man das Baby zu einer Wendung überreden kann.

Komplikationen, die eine äußere Wendung mit sich bringen kann

Komplikationen bei der äußeren Wendung sind selten, aber dennoch gibt es sie. So kann es zur einer vorzeitigen Plazentalösung kommen. Auch kann natürlich durch die Turnübung die Fruchtblase vorzeitig springen. Anhaltende Wehen können sich breitmachen oder auch vaginale Blutungen.

Zahlt das die Krankenkasse?

Kurze schmerzlose Antwort: Ja!