Jeder Mensch ist individuell und alle Eltern sind unterschiedlich. Aber wenn es um das erste Wort ihres Kindes geht sind sie doch alle irgendwie gleich. Das erste Wort wird von den Eltern sehnlichst und mit totaler Hochspannung erwartet. Wird es Mama oder doch eher Papa?

Sprache beginnt bereits im Mutterleib

Schlaue Forscher sind sich ja bereits seit ewigen Zeiten einig, dass ein Baby bereits in Mamas Bauch Stimmen erkennen kann. Der Wurm gewöhnt sich also nicht nur an Mamas Herzschlag, sondern auch an ihre Stimme und kann diese auch nach der Geburt wiedererkennen.

Ohne Hören, kein Sprechen

Doch warum ist das wichtig? Ganz einfach. Ohne Hören, kein Sprechen. Ein Kind muss Worte und laute Hören um selbst Sprache entwickeln zu können.

Das erste Wort zum Sonntag eines Babys ist der Schrei nach der Geburt. Es ist ein kleiner Schrei für die Eltern aber ein großer Schritt für den Wurm. Der Einstieg in die Welt der Sprache.

Die ersten 3 Monaten bestehen aus Geschrei

Die ersten Monate besteht die Sprache des Kindes aus Glucksen, Seufzen, Gurren und auch Schreien. Was genau ein Baby damit ausdrücken will weiß man nicht so genau außer man heißt Mama. Eine Mutter besitzt meist die unglaubliche Fähigkeit die Laute eines Babys zu deuten.

Während für die meisten jedes Schreien gleich klingt, hört eine Mama heraus, ob es sich um absoluten Kohldampf kurz vorm Verhungern, oder doch nur ein zu volles Windelchen handelt. Muttis sind schon Dolmetschermeisterinnen.

Du brauchst also von deinem Kind in den ersten Monaten nicht viel erwarten. Ein liebevolles „Mama“ lässt noch ein wenig auf sich warten.

Um den 4. Monat heißt es dann: „Schatz, es hat Mama gesagt!“

Ab dem 4. Monat könnte es dann schon losgehen. Die ersten Silben kommen dem kleinen Zwerg über die Lippen. Sei es „baba“, „dada“ oder auch „Mama“. Das Kind beginnt einfache Silben aneinanderzureihen. Warum Mama? Das liegt daran, dass Kinder kleine Imitationskünstler sind. Und die meisten Muttis reden mit dem Kind immer in der 3. Person. „Die Mama liebt dich“, „Die Mama macht jetzt deinen Popo sauber“ und all solche Sachen. Da ist es naheliegend, dass „Mama“ auch von dem Kleinen nachgesprochen wird.

Aber freue dich nicht zu früh, denn auch wenn ein Kind „Mama“ sagt, weiß es am Anfang nichts damit anzufangen. Also mit dem Wort „Mama“ bringt so ein kleiner Knirps nicht seine Mutter in Verbindung. Wer Mama ist, begreift der Zwerg erst um den ersten Geburtstag herum.

Solche Silben entstehen dadurch, dass das Kind anfängt mit Zunge, Gaumen und auch Stimmbändern zu experimentieren. Einige Laute fühlen sich bei der Bildung für das Baby gut an oder sie mögen den Klang mancher Silben, weshalb diese dann vermehrt hörbar sind. Diese ersten Laute sind auch unabhängig von der Muttersprache. Sie klingen bei allen gleich.

Zwischen dem 6. bis 9. Monat scheint es so als ergäbe das Gebrabbel Sinn

Es kommt eine Zeit da klingt es beinahe so als ergäbe das undeutliche Gebrabbel Sinn. Der Ton macht nämlich die Musik und der Nachwuchs scheint auch beim Brabbeln Wert auf die Betonung zu legen. Auch das Sprachmuster lässt mittlerweile auf eine sinnvolle Diskussion schließen in einer den Eltern unbekannte Sprache.

12. bis 17. Monat: Worte bekommen auf einmal Bedeutung

Vom süßen Gebrabbel bleiben ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch Forderungen. „Mama“, „Arm“, „Heia“, „auf“ und „zu“. All diese Worte werden nicht nur zuckersüß ausgesprochen, nein, sie sind auch noch genau so gemeint. Nun weiß ein Kind wer Mama ist, wann es auf den Arm möchte und wie es das auch äußern kann. Da es jetzt eine weitere Person mit Mitspracherecht im Hause gibt, weht ab sofort ein anderer Wind.

18. bis 24. Monat: Der Wortschatz wächst

Bis zum 2. Lebensjahr kennt ein Zwerg ca. 200 Wörter und fängt sogar an in halben Sätzen zu sprechen. Erst Zwei-Wort-Sätze wie „Mama Arm“ danach Drei-Wort-Sätze wie „Mama hoch Arm“. Ja das Kind wird erstmal ein kleiner Egozentriker. Ab jetzt wird jedes Bedürfnis beim Namen genannt.

Da ein Kind aber noch nichts mit dem Wort „Ich“ verbindet außer sich selbst sollte man von sich selbst immer in der 3. Person reden um Verwirrungen vorzubeugen.

Aber sind wir mal ehrlich. Man macht das doch schon wenn das Baby noch kein Wort versteht. Jede Mutter wird sich dabei erwischen wie sie vor ihrem Baby steht und sagt „Mama hat dich lieb“. Wer sagt denn da schon „Ich hab dich lieb“. Man muss ja auch betonen, dass man die Mama ist. Immerhin ist man damit der wichtigste Mensch im Leben des Kindes.

25. bis 36. Monat und der Wortschatz hat knapp 300 Wörter im Petto

Es gibt ein Alter da kommen dann sogar Verben ins Spiel. Was haben wir alle mal in der Schule gelernt woraus ein Satz besteht? Richtig! Subjekt, Prädikat und Objekt. Und selbst ohne Schule bekommt der Nachwuchs um das 3. Lebensjahr das selbst geregelt. Das ermöglicht einem Kind sogar aktiv an Gesprächen teilzunehmen.  Sinnvolle Satzbildung mit guter Aussprache würde auf einem Zeugnis stehen.

Du wirst dich noch wundern, denn wenn ein Kind erstmal merkt, dass Leute es verstehen, so wird oft in jedes Gespräch reingeplatzt. Immerhin muss man ja neue Fertigkeiten auch der Außenwelt präsentieren. Reicht ja nicht wenn das Kind nur weiß, dass es ein Sprachgenie ist.

Wie kann eine Mama denn die sprachlichen Kenntnisse eines Kindes fördern?

Wichtig ist es, das Kind von vorn herein sprachlich zu fördern. Auch wenn der Papa sagt: „Wieso quatscht du das Kind voll? Das versteht dich doch eh nicht!“. Reden ist das A und O.

Eines sollte sich aber jede Mutter einprägen: Babysprache ist süß, aber nicht sinnvoll.

Auch wenn Babysprache zu verlockend ist sollte man sie vermeiden. Worte wie „Bubu“, „Happa Happa“, „Ai machen“ und ähnliches kann man zwar auch mal benutzen, sollten aber nicht großer Bestandteil werden. Warum? Recht simpel. Kinder prägen sich Wörter schnell ein. Damit also ein Kind nicht nur Babysprache lernt, sollte man ruhig die üblichen Wörter wie „schlafen“, „essen“ oder „streicheln“ benutzen.

Sollte ein Kind nicht anfangen zu plappern und zu brabbeln, so könnte es ein Problem mit den Lauscherchen haben. Auch wenn ein Kind bis zum 15. Lebensmonat keine Worte bildet, so sollte man zumindest beim Arzt abklären lassen, ob das Kind richtig hört.

Mach dich aber nicht verrückt, wenn dein Kind etwas später oder früher anfängt mit dem sprechen. Der Zeitpunkt ist bei jedem Kind unterschiedlich, weshalb die Zeiträume daher sehr breit gefächert sind. Eins steht nämlich fest. Sollte dein Kind normal hören, so wird es auch irgendwann sprechen. Nicht immer liegt nämlich eine Sprachentwicklungsstörung vor.