Wer oder was ist Blasensprung?

Frauen in besonderen Umständen ist meist bekannt was ein Blasensprung ist- nämlich das Einreißen der Fruchtblase. Das Wort „platzen“ wird hier sehr gerne verwendetr. Quasi eine wie ein Ballon der platzt. Meist passiert dies nach Eintritt der Geburtswehen auf, als Zeichen, dass die Geburt nun endlich losgeht. Aber wie fast alles auf dieser Welt ist auch dies nicht in Stein gemeißelt und Ausnahmen bestätigen nun mal die Regel. Es kommt nämlich auch vor, dass die Fruchtblase platzt noch bevor die Wehen einsetzen, was aber nicht unbedingt schlimm ist. Also kein Grund nun in Panik zu geraten. Denn auch wenn das Baby wie ein Fisch in seinem Fruchtblasen-Aquarium umhergeschwommen ist, ist es dennoch kein Fisch, welcher an Land nicht atmen kann. Das Baby hat ja noch seine Versorgungsschnur.

Meist der Startschuss ins neue Leben!

Eines Tages kommt für die meisten Schwangeren ein Ereignis, welches eine große Frage mit sich bringt: Ist meine Fruchtblase geplatzt oder bin ich doch schon inkontinent? In einer Schwangerschaft haben viele Frauen mit Blasenschwäche und unkontrollierten Harnabgang zu kämpfen. Doch was genau passiert eigentlich bei einem Blasensprung und woran kann man erkennen, ob es nicht doch wieder nur mal ein bisschen Pipi ist, welches sich einfach aus der Blase verdünnisiert, ohne dass man vorher um Erlaubnis gefragt wurde?

Urin oder doch Fruchtwasser, das ist hier die Frage!

Wie soll eine werdende Mami also Fruchtwasser von Urin unterscheiden? Fruchtwasser ist in der Regel klar und geruchlos und lässt sich nicht einhalten. Wenn es einmal läuft, dann läuft es und man kann den Fluss nicht unterbrechen. Um sich sicher zu sein kann man aber auch in der Apotheke Teststreifen holen, welche sich bei Kontakt mit Fruchtwasser dann verfärben. Entweder man hält ihn dann in die abgehende Flüssigkeit oder man trägt eine Slipeinlage und kann dann den Teststreifen dort hineinpressen. Oft ist es gerade zum Ende der Schwangerschaft nämlich falscher Alarm.

Vielleicht ist dir das ja auch bereits passiert, weil der Termin deines Blind-Dates bald bevorsteht. Aber auch wenn du noch Zeit hast bis zum Stichtag, kann es ja nie schaden immer informiert zu sein um Panik, Stress und Hektik zu vermeiden.

 

Wasser marsch- was nun?

Also was nun tun, wenn die unaufhaltbare Flut ihren weg genommen hat? Wichtig ist auch zu unterscheiden, wie der Knirps in seiner Ein-Raum-Wohnung liegt. Liegt er in Beckenendlage, also quasi mit dem Allerwertesten auf der Falltür ins Freie, so sollte man egal ob Wehen da sind oder nicht, einen Krankenwagen rufen. Es ist in dem Fall immer das Beste auf der Seite liegend transportiert zu werden und sich auch direkt nach dem Blasensprung auf die Seite zu legen. Warum ist dies wichtig? Ganz einfach. Viele Mamis sehen ja bereits auf dem Ultraschall, dass Babys sehr gerne mit ihrer Nabelschnur spielen. Und wenn das Kind nun auf dem Trockenen sitzt kann es sein, dass es das Baby sich super gemütlich auf seiner Nabelschnur macht und diese zwischen Po und Muttermund einklemmt. Dabei kann es zu einer Versorgungsunterbrechung des Kindes kommen. Also kein Risiko eingehen und schön brav die stabile Seitenlage einnehmen.

Liegt aber nun das Kind in Schädellage oder auch Kopflage genannt, so kann man ganz entspannt ins Krankenhaus fahren oder bei einer gewünschten Hausgeburt die Hebamme anrufen. Der Kopf des Kindes liegt nämlich dann  bereits fest im Becken, dass der Kopf wie eine Art Badewannenstöpsel arbeitet und nur noch wenig Fruchtwasser abgeht. Sollten natürlich die Wehen in kurzen Abständen kommen, sollte man . Die Dusche und das Essen verschieben und sich direkt ins Krankenhaus begeben. Manchmal geht es eben schneller als erwartet. Meistens haben die Muttis aber noch Zeit in Ruhe etwas zu essen oder sich frisch zu machen.

Blasensprung ist aber nicht gleich Blasensprung, denn es gibt verschiedene Arten von Blasensprüngen, welche Unterschieden werden.

Der oben beschriebene Blasensprung ist der, der am häufigsten vorkommt und der auch zu einer normalen Schwangerschaft dazugehört. Es ist ja eher sehr selten, dass ein Baby mit seiner Fruchtblase zur Welt kommt.

Der Hohe Blasensprung

Es gibt beispielsweise auch noch einen hohen Blasensprung, welcher in der ganzen Schwangerschaft vorkommen kann und somit nicht unbedingt der Startschuss zur Geburt bedeuten muss. Hoch bedeutet hier aber nicht gleich hochriskant, sondern beschreibt nur die Stelle, wo die Blase einen kleinen Riss hat, nämlich oberhalb. Meist sind das kleine Risse. Man kann diese von dem normalen Blasensprung unterscheiden, da bei einem hohen Blasensprung das Fruchtwasser meist nur tröpfchenweise abgeht. Bei einem Blasensprung unterhalb, verliert die werdende Mutter schwallartig eine große Menge Fruchtwasser. Doch was soll man tun, wenn man weit vor dem Stichtag  einen hohen Blasensprung hat? Zunächst einmal Ruhe bewahren, denn  meist sind die Risse so klein, dass genug Fruchtwasser nachgebildet wird und das Baby weiter feucht fröhlich vor sich hin plantschen kann.

Der vorzeitige Blasensprung

Es gibt noch einen Blasensprung, vor dem sich jede Schwangere fürchtet. Denn was ist, wenn die Blase viel zu früh springt? Dieser Begriff ist im Volksmund natürlich gängig und beinahe jede werdende Mutti hat ihn schon mal gehört. Doch auch hier erstmal ruhig bleiben. Vorzeitig bedeutet auch erstmal nur, dass er vor den Geburtswehen stattfindet. Dies geschieht bei ca. 20% der Mamis. Hier ist entscheidend, in welcher Schwangerschaftswoche er stattfindet. Oft passiert ein vorzeitiger Blasensprung infolge einer Infektion im Genitalbereich der Mutter oder laut neuesten Erkenntnissen durch eine Keimbesiedlung auf dem Chorion, also der äußeren Schicht der Fruchtblase.

Worin genau besteht nun die Gefahr?

Zum einen natürlich, dass durch den Sprung Wehen ausgelöst werden und es zu einer Früh- oder Fehlgeburt kommt. Zum anderen dient das Fruchtwasser auch zum Schutz des Babys. Es kann also durch den Fruchtwasserverlust zu Infektionen kommen. Das Baby übt aber auch mit dem Fruchtwasser das Atmen und trainiert so die Lunge. Mit einem erheblichen Abgang des Fruchtwassers kann es also auch zu Lungenschäden beim Ungeborenen kommen. Da das Baby auch ohne Wasser nicht mehr fröhlich plantschen kann, ist auch ein Risiko von versteiften Armen und Beinen gegeben, da das Kind ohne Fruchtwasser im Mutterleib motorisch eingeschränkt ist.

Keine aussichtslose Situation

Klar klingt das nun alles nach einer riesen Katastrophe und es ist sicherlich auch keine optimale Situation, dennoch ist sie nicht aussichtslos und muss ein schlimmes Ende bedeuten. Die Medizin heutzutage ist sehr weit fortgeschritten und auch solche unerwünschten Zwischenfälle lassen sich auch behandeln. Zuerst ist natürlich wieder immer entscheidend wie weit eine Mami ist in der Schwangerschaft. Man sagt ja vor der 21. Schwangerschaftswoche ist ein Baby in der Regel nicht lebensfähig. Ab der 24.-28. Schwangerschaftswoche jedoch, wird individuell geschaut, wie kräftig und weit das Kind ist.

Welche Möglichkeiten gibt, um einen vorzeitigen Auszug aus der Ein-Raum-Wohnung zu verhindern?

Zum einen wird eine dauerhafte Gabe von Antibiotika erfolgen, um das Infektionsrisiko zu minimieren.Zum Anderen gibt es Medikamente um die Lungenreifung des Kindes zu unterstützen, und so beste Chancen für das Kind zu schaffen, falls es zu früh das Licht der Welt erblicken wird. Sollten mit dem vorzeitigen Blasensprung auch Wehen einsetzen, so werden diese mit einer medikamentösen Tokolyse unterdrückt.

Auch ist die Medizin so weit, dass man sogar Fruchtwasser immer wieder auffüllen kann, um so dem Baby noch die beste Möglichkeit zur weiteren Entwicklung zu gewährleisten. Hier muss man aber auch erwähnen, dass wenn man etwas irgendwo einführt, es auch zu unerwünschten Trittbrettfahrern kommen kann, welche dann auch eine Infektion auslösen können. Daher gilt bei dieser Methode ein erhöhtes Infektionsrisiko. Eine weitere Möglichkeit sind so genannte Amnio-Patches. Hierbei werden Thrombozyten, also Blutplättchen benutzt um den Riss zu flicken. Man kann es sich bildlich wie das verschließen eines Lecks mit Bauschaum vorstellen. Blutplättchen sind in unserem Körper für das verschließen von Wunden zuständig, sie bilden diese netten blutigen Krüstchen, wenn man sich mal verletzt hat. Manchmal geschieht aber auch das Unfassbare und der Riss verschließt sich von allein. Dies ist jedoch selten und passiert nur in 7-9% der Fälle.

Ein Arzt muss immer in enger Absprache mit den werdenden Eltern offen darüber sprechen, wie gut die Prognose für das Kind steht um dann mit dem Eltern zu entscheiden, wie man weiter vorgeht.

Also wie du siehst, auch wenn es zu solch einem Malheure kommt, heißt dies nicht gleich, dass es in einer schrecklichen Katastrophe enden muss. Denn man kann viel tun. Oft sind ja auch Infektionen Auslöser, gehe gründlich der Intimpflege nach. Am besten nur mit Wasser und nicht mit Seife, um die natürliche Flora der Scheide zu erhalten. Es gibt aber auch extra Waschlotionen für den Intimbereich.