Es ist zwar eine Höhle, aber leider die Falsche. Eine befruchtete Eizelle hat nun mal wirklich nichts in der großen weiten Welt der Bauchhöhle zu suchen. Zum Glück sind nur 5% der extrauterinen Schwangerschaften Bauchhöhlenschwangerschaften. Hierbei klettet sich das kleine Ei am parietalen oder viszeralen Peritoneum, also dem Organ- oder Bauchfell, fest. Da in der Bauchhöhle jede Menge Platz ist, hat man im Gegensatz zu einer Eileiterschwangerschaft keine charakteristischen Symptome.

So fällt die Bauchhöhlenschwangerschaft auf

Auffallen tun Bauchhöhlenschwangerschaften letztendlich, weil im Uterus außer gähnender Leere nichts zu finden ist. Auch der hCG-Wert steigt nur unregelmäßig. Und wo eigentlich die Gebärmutter prächtig wachsen sollte, bleibt sie klein und zart wie eh und je. Ein Ultraschall oder eine laparoskopische Untersuchung bringen dann Gewissheit, ob das Ei sein Ziel verfehlt hat.

Da das Risiko für die Mutter höher ist als die Wahrscheinlichkeit, dass der Embryo überlebt wird in fast allen Fällen die Schwangerschaft beendet. Es gab jedoch schon Bauchhöhlenschwangerschaften, die ausgetragen wurden und das Kind dann per Kaiserschnitt entbunden wurde. Wenn eine Mutter darauf besteht das Kind auszutragen, so ist ein Zwangsurlaub im Krankenhaus unumgänglich und das Kind muss in der 32. Bis 34. Woche per Kaiserschnitt geholt werden.

Dies klingt vielleicht für dich nun ganz akzeptabel, denn immerhin kann ein Baby in seltenen Fällen an diesem Ort heranwachsen und kommt dann einfach per Kaiserschnitt zur Welt. Doch ganz so einfach ist das leider auch nicht.

Eine große Herausforderung stellt die Plazenta dar.  Da sie meist schön breitflächig mit dem Retroperitoneum verwachsen ist, ist die Entfernung ein komplizierter Akt und erfordert ein hohes Maß an Geschicklichkeit des Operateurs. Wenn es zu kompliziert wird, kann sie auch im Mutterleib belassen werden.

Auch wenn es wieder absolut akzeptabel klingt, stellt es dennoch eine Gefahr für die Mutter dar und  ob der Embryo überlebt, bleibt stets ungewiss. In den meisten Fällen stirbt er ab. Die Bauchhöhle ist nun mal kein günstiger Ort für einen Embryo.

Risikofaktoren

Es gibt einige Faktoren, die eine Bauchhöhlenschwangerschaft begünstigen können. Nicht nur Bauch- und Beckenoperationen, sondern auch Eileiterentzündungen, welche meist durch Chlamydien ausgelöst werden, erhöhen das Risiko.

Ein Tipp: In der Apotheke gibt es Chlamydien-Tests. So kannst du eben schnell zu Hause schauen, ob eine Chlamydien-Infektion vorliegt.

Frauen, die bereits eine Bauchhöhlenschwangerschaft hatten, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Auch die Spirale, künstliche Befruchtung, Fruchtbarkeitsstörungen und Schäden am Eileiter erhöhen das Risiko , dass sich das befruchtete Ei im Bauch verirrt.

Aber keine Angst, denn wie du gelesen hast, sind extrauterine Schwangerschaften sehr selten und die Variante Bauchhöhlenschwangerschaft sogar noch seltener. Und solltest du von einigen Faktoren auch bei dir welche bemerken, so heißt das noch lange nicht, dass es gezwungenermaßen zu einer Bauchhöhlenschwangerschaft kommen muss. Selbst wenn du alle dieser Faktoren erfüllen würdest muss es nicht zu einer Bauchhöhlenschwangerschaft kommen. Sie ist und bleibt selten.