Da ist er: der sehnliche Wunsch auch zu der Gruppe „Eltern“ zu gehören. Es gibt nur ein Problem: trotz üben, üben und nochmals üben blieb der Kindersegen aus. Auch künstlich nachzuhelfen scheiterte kläglich. Das war es dann wohl mit Elternsein. Nein! Es gibt ja auch noch zig Kinder, welche der Gruppe „Familie“ angehören wollen aber leider noch keine passende Familie gefunden haben.

Ob in Deutschland oder Ausland: Es gibt bestimmte Voraussetzungen

Wer einer einsamen Kinderseele ein Zuhause schenken möchte muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Man kann also nicht einfach in ein Babyfachgeschäft gehen, ein Baby seiner Wahl aussuchen und kaufen.

Erste Voraussetzung ist, dass die zukünftigen Eltern vollkommen zurechnungsfähig sind. Im Fachgeschwafel nennt man das dann „uneingeschränkt geschäftsfähig“. Immerhin übernimmt man mit der Adoption eines Kindes eine große Verantwortung. Ein Kind groß zuziehen ist nun mal kein Zuckerschlecken.

Wie sieht es denn mit dem Alter aus?

Es gibt natürlich ein Mindestalter. Denn kein 13-jähriges Mädchen bekommt ein Adoptivkind, nur weil es meint es würde gerne Mutter werden. Das Mindestalter liegt bei 25 Jahren. Man kann sowohl als Single, als Paar oder auch als Eheleute ein Kind adoptieren. Bei Eheleuten darf auch ein Partner jünger sein als 25 Jahre, muss aber mindestens 21 Jahre alt sein.

Was die obere Grenze beim Thema „Alter“ angeht, da gibt es keine gesetzliche Festlegung. Da aber kein Kind eine potentielle Oma als Mutter haben möchte, so wird natürlich darauf geachtet das der Altersabstand nicht allzu hoch ist. Der maximale Altersunterschied zwischen Kind und den Eltern sollte 35 bis 40 Jahre betragen.

Du wirst sicherlich verstehen, dass man einer 60 Jahre alten Dame ungerne einen Säugling gibt. Immerhin fordert so ein kleiner Wurm, wenn er später laufen kann viel ein. Da sollte man schon noch dynamisch und fit sein. Nicht, dass es keine fitten 60-jährigen gibt, aber die meisten sind eben nicht mehr ganz so fit wie ein 30-jähriger.

Eheleute müssen die Entscheidung zusammentreffen

Während Singles oder auch nur Partner auch ohne Einwilligung des anderen ein Kind adoptieren können, so müssen bei Eheleuten beide mit der Adoption einverstanden sein.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Sollte der Ehepartner ein bereits ein leibliches oder adoptiertes Kind haben, so braucht natürlich auch nur einer einwilligen.

Auch eingetragene Lebenspartner können Kinder adoptieren.

Verschiedene Arten der Adoption

Es gibt drei verschiedene Arten der Adoption: Die Inkognitoadoption (auch anonyme Adoption genannt), die offene und die halboffene Adoption.

Wo liegen nun die Unterschiede? Es ist recht einfach, denn die Unterschiede liegen nur in dem Kontakt zwischen den Adoptiveltern und den leiblichen Eltern des Kindes.

Bei der Inkognitoadoption lernen sich beide Elternpaare nicht kennen. Das macht man aus dem einfachen Grund, dass das Kind im Nachhinein nicht hin und hergerissen ist zwischen den leiblichen und den Adoptiveltern. Hier bleiben also leibliche als auch die Adoptiveltern anonym.

Bei der halboffenen bekommen die leiblichen Eltern Informationen wie es denn dem Wurm ergeht und wie er wächst und gedeiht über das Jugendamt.  So wissen sie, ob es ihrem Kind gut geht bei den neuen Eltern.

Und dann wäre da noch die offene Adoption. Wie der Name schon sagt, wird hierbei alles offengelegt. Die leiblichen Eltern lernen die Adoptiveltern kennen und bleiben in Kontakt.

Die häufigste Form der Adoption ist aber die anonyme Adoption um das Kind wie bereits erwähnt zu schützen.

Natürlich haben aber die leiblichen Eltern bei jeder Form der Adoption Briefe, Fotos oder andere Dinge bei Amt zu hinterlegen, welche dann in die Vermittlungsakte kommen. Denn wenn ein Kind volljährig ist, so kann es seine Akte einsehen und sieht natürlich auch, wer die leiblichen Eltern sind.

Die Auslandsadoption

Hat man sich also entschieden einem Kind die Möglichkeit zu geben in einer wunderbaren Familie aufwachsen zu können, so kommt die große Frage: Inlands- oder Auslandsadoption?

Jedes fünfte Adoptivkind kommt mittlerweile aus dem Ausland.

Bei Auslandsadoptionen kommen oft einige Aspekte auf die Eltern zu

Sollte man sich für eine Auslandsadoption entscheiden so muss einem eines klar sein: im Ausland wird Betrug oft ganz großgeschrieben. Bevor man also an unseriöse Betrüger gerät, die Kinder teuer vermitteln mit gefälschten Papieren, sollte man so etwas immer nur über anerkannte Vermittlungsstellen machen. Im Ausland werden nämlich häufig Kinder entführt und dann zur Adoption für viel Geld angeboten.

Viele Kinder aus dem Ausland sind traumatisiert oder haben Infektionskrankheiten.

Solltest du dich also für ein Kind aus dem Ausland entscheiden um einem chancenlosen Kind dort ein Zuhause zu geben, in dem es geliebt wird, sei darauf gefasst, dass diese Kinder oft auffällig sind. Nicht nur, dass viele psychisch labil sind oder mit Aggressionen reagieren, sondern viele sind auch an Hepatitis B, C oder HIV infiziert. Darüber solltest du dir bewusst sein. Dennoch haben natürlich auch diese Kinder ein Recht auf Liebe und Geborgenheit.

Was kostet eine Adoption?

Auf dieser Welt gibt es aber wirklich nichts umsonst. Selbst der Tod kostet ja schließlich das Leben. Auch eine Adoption bringt Kosten mit sich. Und obwohl „Made in Germany“ normalerweise immer teurer ist, ist es beim Thema Adoption genau umgekehrt. Auslandsadoptionen kosten einen Haufen Kohle.

Wie setzen sich die Kosten zusammen?

In Deutschland bezahlt man lediglich Notarkosten, Beglaubigungen aller notwendigen Unterlagen und natürlich das Führungszeugnis. Die Vermittlung an sich ist im Inland kostenlos.

Im Ausland allerdings kommen einige Ausgaben hinzu. Insgesamt spricht man hier von 15.000 bis 18.000 €. Doch wodurch entstehen solche hohen Kosten, wenn man einer armen Seele aus einem meist armen Land helfen will? Zumindest pudert sich niemand damit den Hintern oder zündet sich damit eine Zigarre an. Eine Auslandsadoption ist weitaus aufwändiger. Nicht nur Beglaubigungen, Zeugnisse etc. müssen beantragt werden – nein – sie müssen auch noch übersetzt werden. Alleine das Verfahren in dem geprüft wird, ob man denn eine gute Mama und ein guter Papa sein kann kostet je nach Bundesland bis zu 1.200 €. Hinzu kommen Flüge und Aufenthalt Herkunftsland des Kindes und natürlich eine Vermittlungsgebühr, welche sich zwischen 3.000 und 8.000€ beläuft.

Du denkst dir jetzt bestimmt nach dem du das wie in der Schule zusammengerechnet hast: Wie teuer ist denn so ein Aufenthalt dort?

Der Aufenthalt dort kann sehr kostspielig sein. In Deutschland bekommt man direkt das Kind zur Probe mit nach Hause und nach 1 Jahr kann man dieses Kind dann adoptieren. Vorher genießt den Status als Pflegekind. Im Ausland hingegen bleibt man vorerst dort. Die Dauer ist sehr unterschiedlich und bewegt in einem Zeitraum von 1 Woche bis hin zu ganzen 6 Monaten. Und wenn man natürlich ein halbes Jahr in einem fernen Land lebt, so kommt da schon ein nettes Sümmchen zusammen.

Aber sei doch mal ehrlich: man kann das Leben eines Kindes und das Wohl des Kindes mit keinem Geld der Welt aufwiegen.

Nun hat man sich dafür entschieden nach allen Informationen, die eigene Familie komplett zu machen.

Wie lange dauert es denn bis der Klapperstorch das lang ersehnte Kind endlich bringt?

In der Regel beträgt die Wartezeit circa 2 Jahre. Aber gut Ding will Weile haben oder wie heißt es noch so schön?!